Zufall, Schicksal oder Vorherbestimmung?

Gibt es Zufälle? Vielleicht.

Vielleicht aber auch nicht. Ob es Schicksal gibt oder unser Leben vorher bestimmt ist, weiss ich nicht. Ich tendiere jedoch eher zu einem NEIN. Unsere Welt existiert seit bald 4.6 Milliarden Jahren. Zufall? Wohl kaum.

Keine Macht dem Zufall…

Wache ich morgens verkatert auf, hat das nichts damit zu tun, dass ich am Abend zuvor rein zufällig eine Freundin getroffen habe und zufälligerweise eins über den Durst getrunken habe. Es ist doch eher so, dass sich zwei Menschen getroffen haben, die in einem ähnlichen Zeitraum dieselbe Idee hatten. Ich lande nicht zufällig in einer Bar, in einem Club. Ich bin dort, weil mir die Musik gefällt, weil das Ambiente passt oder weil ich weiss, dass ich dort nette Leute treffe. Zum Beispiel.

Fliegt mir draussen ein Sonnenschirm entgegen und erschlägt mich beinahe, ist das wahrscheinlich auch kein Zufall. Es stürmt ziemlich fest und ich befinde mich auf dem Weg, weil ich noch dringend etwas zum Abendessen einkaufen muss. Ich hätte den Einkauf auch am frühen Morgen erledigen können, aber da war ich eben noch zu müde, denn am Abend zuvor war ich ja in besagter Bar…

Vermutlich hat der Besitzer des Sonnenschirms diesen nicht gut genug befestigt. Oder den Schirm offen gelassen, weil er sich nicht um die Wettervorhersage gekümmert hat. Oder er sich sowieso keinen Deut ums Wetter schert. Den genauen Grund, warum der Schirm genau mir vor die Nase geflogen ist, kenne ich nicht und werde ihn wohl auch nie erfahren. Aber eines glaube ich mit Bestimmtheit –Zufall ist es nicht.

Ich habe noch nie per Zufall einen Job angeboten bekommen. Oder per Zufall ein Spiel gespielt. Oder zufällig geheiratet. Oder drei Kinder geboren.

Bei genauerer Betrachtung gibt es für alles, was uns passiert, einen Grund, eine Ursache.

Auch im Umgang mit den Mitmenschen scheint mir diese Logik durchaus anwendbar. Laufe ich mit einem Schlechte-Laune-Gesicht durch die Welt, kommt es selten bis nie vor, dass mir jemand ein Lächeln schenkt. Die Reaktionen meiner Mitmenschen sind dann tendenziell eher negativ.

Wenn ich jedoch gut gelaunt bin, dann reagieren die Menschen vermehrt positiv.

So ganz nach dem Sprichwort: „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es hinaus.“

In unserer Welt gibt es viele Dinge, welche bestimmt nicht nur das Ergebnis von absoluter Planung sind. Würden wir uns jedoch vermehrt die Mühe machen, der Sache auf den Grund zu gehen, kämen wir bestimmt der Ursache auf die Schliche.

In meinen Augen ist der Zufall einfach ein Produkt unserer Fantasie, weil es oft zu mühsam ist, nach den Ursachen zu forschen. Die Ursache ist also der Kern, um Dinge verstehen zu können. Viele tun diesen Schritt jedoch nicht und leben nach dem Prinzip, dass alles aus reinem Zufall geschieht. Gerade in dieser Zeit scheint mir das nicht gerade besonders effektiv.

Es ist nicht so, dass ich mir die ganze Zeit darüber Gedanken mache, welche Handlung von welchem Ursprungsgedanken ausgelöst wurde und welche Konsequenzen dies wiederum mit sich bringt. Es geht mehr darum, dass es in gewissen Situationen sehr hilfreich sein kann, ein bisschen Ursachenforschung zu betreiben, um im Leben voran zu kommen.

Wir alle begehen hie und da einen Fehler. Das ist sehr menschlich. Wenn mir ein Fehler unterläuft und ich das bemerke, dann ist es nur von Vorteil, wenn ich herausfinden will, warum ich diesen Fehler gemacht habe. Denn nur so kann ich zukünftig vermeiden, dass mir derselbe Fehler immer und immer wieder unterläuft.

Ob es das Schicksal gibt, ob das Leben gelenkt wird oder ob alles doch nur Zufall ist, weiss ich nicht. Ich bin katholisch und glaube an Gott. Ich gehe darum davon aus, dass Gott die Macht hat, alles zu lenken, wir Menschen aber trotzdem über einen freien Willen verfügen und damit Verantwortung für unser Tun und die Folgen tragen. Eine andere Religion besagt, dass Glück oder Unglück die Folgen früherer Taten von uns sind.

In der Psychologie und für Psychotherapie gilt etwas Ähnliches: Wut, Enttäuschung, Trauer, Verzweiflung, all solche Gefühle, sollen zwar gespürt und ausgedrückt werden, aber auch da gilt die Devise, dass jede Krise ebenfalls eine Entwicklungschance ist.

Wir müssen das, was das Leben bringt, akzeptieren. Egal ob Zufall, Schicksal oder Vorherbestimmung. Und wir müssen offen sein, denn in jedem Schicksal bietet sich auch eine Chance, die es zu erkennen und zu ergreifen gilt, damit wir uns weiter entwickeln und reifen können.

Und ihr so? Glaubt ihr an Zufälle? Ans Schicksal? An Vorherbestimmung? Oder gibt es für alles eine plausible Erklärung?

Herzgruss

Eure Franziska

 

 

Verfasst von

Ich stehe mitten im Leben und schreibe darüber. Über das Leben mit all seinen Facetten. Mal bunt, mal düster, mal witzig, mal ernst. So, wie das Leben eben ist. Immer in Bewegung. Sowohl privat (Mutter von drei Kindern 9, 10 & 12 Jahre alt) als auch beruflich interessiere ich mich für Psychologie - ich bin diplomierte Einzel-, Paar- und Familienberaterin. Schreiben ist nicht einfach ein Hobby - es ist Leidenschaft.

3 Kommentare zu „Zufall, Schicksal oder Vorherbestimmung?

  1. Ich glaube nicht an Zufälle. Für mich sind es alles Fügungen – woher sie allerdings kommen, das ist mir unklar. Zu viele Dinge passieren, die so seltsam sind, dass sie gar keine Zufälle sein können. Manchmal glaube ich zwar, es könnte an der Tatsache liegen, dass ich eine HSP bin und daher einen unglaublichen Sensor habe, nichts destotrotz denke ich, es gibt nicht für alles eine plausible Erklärung.

    Herzliche Grüße aus dem heute wieder sonnigen Sachsen
    Sylvia

    Gefällt 1 Person

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