Verpufft zum Dritten – Von Schönheitsidealen, Hängebusen, Falten, Dellen, Botox & Co

Hand aufs Herz. Bist DU mit deinem Aussehen zufrieden? Findest du dich attraktiv oder fällt dein Blick zuerst auf deine Makel, auf das, was dir in deinem Gesicht und/oder an deinem Körper nicht perfekt erscheint? Wie stehst Du zu Botox & Co? Freue mich auf euer Feedbacks, Pro & Contra.

Aus der Reihe „verpuffte Beiträge„:

Von Schönheitsidealen, Hängebusen, Falten, Dellen, Botox & Co / Ein Repost vom 13. Mai 2015

Wahre Schönheit kommt von Innen. Ja, einverstanden. Aber…hätte Eva im Paradies nach dem verbotenen Apfel gegriffen, wenn er angefault und schrumpelig gewesen wäre? Das ganze Elend hat doch da seine Anfänge genommen…

Viele Frauen schauen in den Spiegel und sind mit dem, was sie da sehen, nicht zufrieden. Der Blick in den Spiegel ist für viele sogar eine Qual. Die Nase zu gross, die Ohren zu abstehend, der Busen zu klein, der Busen zu gross, der Busen zu wenig straff, Falten und Fältchen, hängende Augenlider, Tränensäcke, Fettpölsterchen hier, ein Bauchansatz da. Die Liste scheint schier endlos. Auch Männern ergeht es so. Es sind weniger, aber die Tendenz ist wohl eher steigend.

Gestern hatte ich eine spannende Diskussion mit einer Freundin. Ausschlaggebend war das von mir auf Facebook gepostete Video über die US-Fotografin Jade Bell und ihr wunderschönes Werk über Mütter, die den Mut haben, ihren Körper nach der Geburt von Kindern der Öffentlichkeit zu zeigen. Diese Frauen entsprechen nicht dem gängigen Schönheitsideal und sie stehen zu ihren Dellen und Streifen. Die Bilder zeigen Frauen, die Liebe, Stolz und Schönheit ausstrahlen. Trotz ihrer Makel.

Das finde ich absolut bewundernswert und ich wünschte, ich könnte mir davon eine Scheibe abschneiden. Diese Frauen sind wunderschön. Auch wenn Sie nicht dem gängigen Schönheitsbild entsprechen. Oder noch nicht, wer weiss das schon.

Gerade jetzt beim Schreiben muss ich an meine Tochter denken. Sie ist jetzt am Anfang der Pubertät und kann noch nicht so differenziert unterscheiden, was das alles bedeutet. Selbst sie findet schlanke Menschen attraktiver als Dicke. Ein Gesicht ohne Akne schöner als ein Gesicht voller Pickel. Und das habe ich ihr so bestimmt nicht beigebracht. Dafür reicht alleine schon ein Blick auf die Mode- und Lifestylemagazine am Kiosk.

Es schadet der Gesellschaft bestimmt nicht, dass die Akzeptanz gegenüber Menschen, die nicht dem Schönheits- und Jugendwahn entsprechen, grösser wird. Und ich finde es unter jeder Sau, wenn Menschen dafür sogar beleidigt werden. Das geht gar nicht und ist in jeder Hinsicht eines Menschen unwürdig. Wenn die Bilder von Jade Bell dazu beitragen, dass Menschen, die nicht dem gängigen Schönheitsideal von schlank, faltenfrei und jugendlich entsprechen, sich ebenso selbstsicher präsentieren dürfen, dann ist damit in meinen Augen schon viel erreicht.

Es gibt viele attraktiven Menschen mit Falten und anderen Makeln, die eine absolut gigantische Ausstrahlung haben und sehr attraktiv sind. Diese Männer und Frauen sind schön. Ein Mensch muss nämlich nicht perfekt sein, um attraktiv zu wirken. Schliesslich besteht der Körper aus vielen Teilen und niemand ist vom Scheitel bis zur Sohle perfekt. Und trotzdem versucht die Mode- und Lifestylebranche uns genau das vorzugaukeln. Schau genauer hin und achte auf das grosse Ganze. Das ist für mich die Message hinter dieser tollen Fotostrecke.

Und trotzdem mag ich meine Falten und Fältchen nicht. Und einen hängenden Busen schon gar nicht. Wobei hängend ja noch akzeptabel wäre. Drei Kinder später und mein Busen war von Körbchengrösse A auf Size Zero geschrumpft. In meinen kühnsten Träumen hätte ich nicht den Mut gehabt, mich so fotografieren zu lassen. Und das, obwohl ich den Rest von mir sehr in Ordnung fand. Diesen Frauen gebührt mein allergrösster Respekt.

Eine Freundin von mir sagt, meine Einstellung diesbezüglich sei widersprüchlich. Für mich ist es jedoch kein Widerspruch, Frauen mit Falten, Dellen und Streifen schön zu finden und mich gleichzeitig an meinen eigenen Makeln zu stören. Ich kaufe schliesslich auch nicht jedes Kleid, das mir gefällt. Wenn es nicht meinem Stil entspricht oder ich darin wie eine Kartoffel im Jutesack aussehe, dann bleibt das schöne Teil halt im Laden.

Tatsache ist – jedes Land, jede Gesellschaft und jede Zeit hat ihre Schönheitsideale. Ob wir nun wollen oder nicht. Selbst im tiefsten Dschungel gibt es Völker, weit ab von der sogenannten Zivilisation, die ihre ganz eigenen Vorstellungen von Schönheit haben. Seien dies die Halsringe der Padaung-Frauen oder das Volk der Mursi in Äthiopien, wo die Frauen grosse Lippenteller tragen.

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Verfasst von

Ich stehe mitten im Leben und schreibe darüber. Über das Leben mit all seinen Facetten. Mal bunt, mal düster, mal witzig, mal ernst. So, wie das Leben eben ist. Immer in Bewegung. Sowohl privat (Mutter von drei Kindern 9, 10 & 12 Jahre alt) als auch beruflich interessiere ich mich für Psychologie - ich bin diplomierte Einzel-, Paar- und Familienberaterin. Schreiben ist nicht einfach ein Hobby - es ist Leidenschaft.

10 Kommentare zu „Verpufft zum Dritten – Von Schönheitsidealen, Hängebusen, Falten, Dellen, Botox & Co

  1. Einerseits, andererseits: „Dellen mögen zwar schön sein, aber bitte nicht an mir.“ Das klingt fast schon wie „Flüchtlinge gern, aber nicht im Haus nebenan.“ Weniger scharf formuliert: Du signalisierst den Makel-Models: „Ich bewundere euren Mut, aber eure Körper und äußere Schönheit nicht. Ihr seid weiter defizitär.“

    Aber wer kann sich davon freisprechen? Ich bin keinen Deut besser. 🙂

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  2. ich lache laut ……. gleich laufen mir Tränen …ehrlich….. süss, wie Du mich nennst; ich glaube, ich hatte als ca. 10jähriger mal einen Guppi, den hatte ich Johann-Sebastian getauft … mmmuuuaaaahhhhh – Kreise des Lebens schliessen sich 😉

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  3. Jede Abweichung von einem Idealzustand (Schönheit) ist letztlich ein Defizit. Für mich ist der Begriff eigentlich nicht so hart, deshalb hatte ich ihn spontan zur Hand. Okay, aber auch nur weil ich meine Defizite so nenne. *g*

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  4. Der Name „Guppy“ geht auf Robert John Lechmere Guppy (1836–1916) zurück, der im Jahre 1866 dem Britischen Museum mehrere Exemplare der Spezies sandte, die er auf Trinidad gesammelt hatte. Da man annahm, die Fische seien mit den bereits bekannten Poecilia reticulata nicht identisch, wurde die Art zunächst als eigene Spezies unter der Bezeichnung Girardinus guppyi beschrieben. Auch wenn die Identität der Guppys mit Poecilia reticulata heute weitgehend unbestritten ist, ist ihnen der damalige Name geblieben. (Näheres, falls Du es wissen möchtest,) hier:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Guppy

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