Die Macht der Gedanken: ich sorge mich, also bin ich

Ratet mal, was sich die vorherige Woche beim Wochenendeinkauf ereignet hat…

Beim Ziehen meines voll beladenen Einkaufwagens dachte ich – und mit voll meine ich kein Platz mehr für die allerkleinste Kleinigkeit  – was nun, wenn der Einkaufswagen der Last nicht standzuhalten vermag? Was, wenn die Achse bricht? Wie bringe ich dann die ganzen Lebensmittel nach Hause?

Die Macht der Gedanken. Genau.

Wenn ihr schon bis hierhin gelesen habt, dann verrate ich euch gleich noch etwas: Ihr dachtet sicher, mir sei ein Missgeschick passiert.

Doch ich muss euch enttäuschen. Es geschah nichts. Rein gar nichts.

Genauso wenig wie ich Kraft meiner Gedanken die rote Ampel auf grün schalten oder auf Anhieb einen Parkplatz finden kann. Weder das eine, noch das andere ist mir jemals gelungen. Es gibt Leute, die glauben fest daran, dass sie allein durch die Kraft ihrer Gedanken eine Ampel beeinflussen können. Ein Ding, ein Gegenstand. Ich stehe diesem sogenannten Phänomen eher kritisch gegenüber.

Mag sein, dass dies hie und da zum gewünschten Resultat führt –ich denke aber, solche Dinge sind eher zufällig als wirklich beeinflussbar.

Dafür mach ich mir jetzt Sorgen darüber, ob ich für meine Verhältnisse mit dem gewählten Einstieg für diesen Blogbeitrag fnicht doch etwas zu dick aufgetragen habe….Dies als kleiner Einschub, um endlich auf das Wesentliche dieses Textes zu kommen.

Trotzdem glaube ich an die Macht der Gedanken. Im Guten ebenso wie im Schlechten. Was wir denken, hat unmittelbar Einfluss auf unsere Gefühle und auf unser Handeln und somit unweigerlich auf unser persönliches Leben.

Meistens glauben wir, was wir denken. Warum eigentlich?

Wer sagt, dass unsere Gedanken wahr sind? Oft basieren diese lediglich auf Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens gemacht haben.

Das Gemeine dabei ist, dass es unserem Gehirn völlig egal ist, was wir denken und ob das Gedachte der Wahrheit entspricht oder nicht.

Don’t worry be happy

Kürzlich ist eine Studie erschienen, die auflistet, welche Dinge alte Menschen am häufigsten bereuen.

An erster Stelle sind nicht etwa Träume, die man nie realisiert hat oder Reisen, die man nie unternommen hat – nein, es ist die viele Zeit, die man damit verbracht hat, sich unnötig Sorgen zu machen. Zeit, die man im Nachhinein als vergeudet wahrnimmt.

Mir Sorgen zu machen, darin bin ich richtig gut. Und ich glaube, nicht nur mir geht es so. Sich Sorgen zu machen ist schlicht und ergreifend eine menschliche Eigenschaft. Wir Menschen machen uns Sorgen, wenn uns etwas oder jemand wichtig ist und wir unsicher sind, ob unser Tun und Handeln ein gutes Ende nimmt oder in einem Desaster enden wird. Wenn wir uns Sorgen machen ist auch immer Unsicherheit mit im Spiel – Unsicherheit über das Ergebnis.

Ich spreche hier nicht von der Art von Sorgen, wie wenn beispielsweise ein geliebter Mensch unheilbar krank wird, man seine Arbeit verliert oder im eigenen Land Krieg herrscht. Das sind dann existenzielle, gar lebensbedrohende Themen und sich darüber keine Sorgen zu machen, wäre sogar kontraproduktiv. Denn Sorgen können auch ein Antrieb sein, Dinge ändern respektive verbessern zu wollen.

Wenn ich rückblickend und mit all dem heutigen Wissen meine – ich nenn sie mal die kleinen und banalen – Sorgen reflektiere, komme ich für mich nur zu einem Schluss:

Zeitverschwendung.

Die meisten dieser Sorgen waren unbegründet, und zwar komplett. Nichts weiter als unnötige Gedanken. Gedanken, die sinnlos kreisen und einem im schlimmsten Fall den ganzen Tage vermiesen können.

Diese Sorgen sind nichts weiter als reine Fantasiegebilde, die leider durchaus sehr viel Gedankenraum einnehmen können. Zu viel, wenn ihr mich fragt und wenn man dieser Studie Glauben schenkt, was ich sehr wohl tue.

Mit etwas mehr Achtsamkeit lassen sich solche Sorgengedanken Gott sei Dank recht schnell verdrängen. Anstatt sich auf die unnötigen Sorgen zu fokussieren und damit wertvolle Energie zu verschwenden, ist es viel sinnvoller, sich auf das gewünschte Ergebnis zu konzentrieren.

Aller Anfang ist schwer, ich weiss. Doch es ist bereits ein erster Schritt, sich solcher Mechanismen bewusst zu werden und diese zu erkennen.

Vielleicht habt ihr ja ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich. Vielleicht ist aber auch das Gegenteil der Fall. Bin gespannt und freue mich auf Feedback.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verfasst von

Ich stehe mitten im Leben und schreibe darüber. Über das Leben mit all seinen Facetten. Mal bunt, mal düster, mal witzig, mal ernst. So, wie das Leben eben ist. Immer in Bewegung. Sowohl privat (Mutter von drei Kindern 9, 10 & 12 Jahre alt) als auch beruflich interessiere ich mich für Psychologie - ich bin diplomierte Einzel-, Paar- und Familienberaterin. Schreiben ist nicht einfach ein Hobby - es ist Leidenschaft.

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