Die Kraft der kleinen Glücksmomente

Als mein Vater starb, war ich sehr traurig. Doch während der dunklen Stunden gab es immer wieder Momente der Freude und des Glücks. Augenblicke, in denen es mir gut ging. In den ersten zwei Monaten nach dem Tod meines Vaters waren sie zwar nicht sehr häufig und eher bescheiden, aber sie waren da. Doch in solchen Lebenssituationen kann es passieren, dass man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht. Damit will ich sagen, dass das Gewicht des Negativen oft so schwer wiegt, dass man dabei die Momente der Freude vergisst.

Diese kleinen „Es-geht-mir-gut-Momente“ sind Ressourcen. Ressourcen, die man nutzen kann. Oft müssen sie von Aussen angestossen werden. Es braucht vielleicht jemanden, der einem daran erinnert oder nachfragt, ob es denn auch Momente gab, in denen es einem gut ging, weil es in schweren Zeiten nicht leicht fällt, sich an diese Momente zu erinnern, da das Leid einem beinahe zu erdrücken scheint.

Diese Momente sollen nicht dafür sorgen, dass das Leiden einfach so verschwindet. Das wäre ganz und gar unrealistisch.

Aber sie zeigen dem Betroffenen– hey, da gibt es etwas, das ich dem Kummer, den Sorgen, dem Leid, der Angst, der Trauer entgegensetzen kann.

In meinen Augen, sind diese Momente, in denen es einem gutgeht, Perspektiven. Und Hoffnungen, aus denen man im besten Fall Chancen zur Besserung schöpfen kann. Ich glaube fest daran, dass diese Möglichkeit im Innern jedes Menschen vorhanden ist. Man kann es aktivieren und nutzen. Und am Ende eines langen und dunklen Tunnels erblickt man plötzlich ein kleines Licht. Vielleicht ist es nur ein schwaches Funkeln. Vielleicht ist es ein Anfang.

Verfasst von

Ich stehe mitten im Leben und schreibe darüber. Über das Leben mit all seinen Facetten. Mal bunt, mal düster, mal witzig, mal ernst. So, wie das Leben eben ist. Immer in Bewegung. Sowohl privat (Mutter von drei Kindern 9, 10 & 12 Jahre alt) als auch beruflich interessiere ich mich für Psychologie - ich bin diplomierte Einzel-, Paar- und Familienberaterin. Schreiben ist nicht einfach ein Hobby - es ist Leidenschaft.

4 Kommentare zu „Die Kraft der kleinen Glücksmomente

  1. Sehr schöner Text liebe Franziska! Magst Du uns noch Deine Glücksmomente mitteilen oder ist das zu persönlich? Vielleicht bekommt der ein oder andere ja noch Anregungen, weil man selbst die Momente des Glücks im eigenen Leben gar nicht richtig wahrnimmt. Bei mir sind das zum Beispiel, Dankbarkeit für die Menschen, die trotz allem immer hinter einem stehen oder – so banal es klingt – eine Tasse heiße Schokolade :-). Ganz liebe Grüße und danke für den schönen Text.

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  2. Liebe Christina, danke vielmals. oh, solche Momente gibt es viele. Schon alleine dieser Umstand, macht mich grad glücklich. Oder wenn ich lese, dass du meinen Text schön findest. Oder gerade eben, als ich nach Hause kam, und unsere Katze mir zur Begrüssung liebevoll um die Beine geschlichen ist und dabei zufrieden geschnurrt hat. Wenn man achtsam ist, gibt es auch in der Hektik des Alltags viele kleine Momente, die glücklich machen können. Liebe Grüsse, Franziska

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