Wie Beziehung glückt

Meinen letzten Blog Post über die fünf Liebestöter habe ich mit der Frage beendet, was denn nun die Geheimnisse einer gut funktionierenden, liebevollen und stabilen Partnerschaft sind. Eines schon mal vorweg – eine gute Partnerschaft basiert nicht auf Geheimnissen, sondern auf gewissen Regeln. Klingt zuerst einmal sehr sachlich, aber es sind weit mehr als einfach bloss Regeln. Eine glückliche und stabile Liebesbeziehung zu führen, ist nämlich eine Kunst.

Schon von Berufs wegen, aber natürlich auch aufgrund meiner eigenen Beziehungserfahrungen habe ich versucht, der Sache auf den Grund zu gehen.

Die unten aufgelisteten Punkte sind jedoch kein Garant für eine glückliche und zufriedene Partnerschaft. Nicht alle Menschen sind gleich und das gilt es zu berücksichtigen. Es gibt jedoch vier Grundbestrebungen (nach F. Riemann) respektive Tendenzen, die auf die meisten Menschen zutreffen.

  • Nähe (Geborgenheit, Harmonie, lieben, geliebt werden, etc.)
  • Distanz (Abstand, Eigenständigkeit, Einmaligkeit, etc.)
  • Dauer (Beständigkeit, Struktur, Verantwortung, Pflicht, etc.)
  • Wechsel (Intensität, Spontanität, neues ausprobieren, Risiko, etc.)

Natürlich variieren bei den einzelnen Menschen die Intensität und die Reihenfolge der jeweiligen Grundbestrebung.

Aber was macht denn nun eine gelungene Partnerschaft aus? Hans Jellouschek, ein bekannter Paartherapeut, hat in seinem Buch „Wie Partnerschaft gelingt“ beschrieben, was es aus seiner Sicht braucht, damit eine Partnerschaft funktioniert. Er ist der Überzeugung (und ich auch), dass es im Zusammenspiel der Liebe bestimmte Regeln braucht, die es zu verstehen und zu erlernen gilt.

Die anfängliche Verliebtheit ist für ein Paar tatsächlich eine sehr grosse und starke Kraftquelle (Ressource).

Für eine stabile Partnerschaft ist es von Vorteil, wenn in verschiedenen Lebensbereichen wie Nationalität, soziales Milieu, Bildung sowie grundlegende Lebensgewohnheiten Ähnlichkeiten vorhanden sind.

Jeder Partner sollte eigenständig bleiben. Das heisst, er/sie soll seine weiterhin seine eigenen Interessen verfolgen, seine Kontakte pflegen und eine eigene Meinung vertreten und eigene Ziele haben.

Auch das Verhältnis von Geben und Nehmen ist sehr wichtig – dies sollte, wenn immer möglich, ausgewogen sein.

Sich in den Anderen hineinversetzen zu können und nicht nur vom eigenen Standpunkt ausgehen, kann für das gegenseitige Verständnis von Vorteil sein.

Bei Streit oder Meinungsverschiedenheiten sollte man gut miteinander verhandeln können, sprich Kompromisse schliessen oder gemeinsam neue Lösungen suchen. Um Konflikte konstruktiv lösen zu können, gilt es, die fünf Liebestöter aus der Beziehung auszuschliessen. Wie einem das gelingt? Ich sage nur GFK

Ein WIR-Gefühl aufbauen, damit man ein gutes Gespann ist, so nach dem Motto „gemeinsam sind wir stark“.

Es ist für eine gute Partnerschaft wichtig, dass man gemeinsame Anliegen und Ziele hat wie z.B. Ferienplanung oder soziales Engagement.

Niemand ist perfekt, auch der Partner nicht. Dies darf man sich ruhig eingestehen und auch akzeptieren. Es muss nicht gerade die rosarote Brille sein, die zu Beginn einer Beziehung den Blick trüben kann. Jedoch kann es meiner Meinung nach auch nicht schaden, wenn man sich hie und da gegenseitig schönfärbt.

Alltägliche, kleine Zuwendungen und Aufmerksamkeiten können ebenfalls dazu beitragen, den Beziehungsalltag zu versüssen.

Und last but not least…Körperkontakt. Denn durch Sex und den Austausch von Zärtlichkeiten wird im Körper Oxytocin ausgeschüttet. Nach dem Orgasmus bewirkt dieses Hormon einerseits, dass wir uns entspannt und müde fühlen und andererseits ist es dafür mitverantwortlich, dass wir uns dem Partner sehr eng verbunden fühlen.

Und Ihr so? Worauf legt ihr in einer Partnerschaft wert? Was ist Euch wichtig? Gibt es noch andere Punkte, die eine Beziehung/Partnerschaft aus Eurer Sicht stabil machen?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verfasst von

Ich stehe mitten im Leben und schreibe darüber. Über das Leben mit all seinen Facetten. Mal bunt, mal düster, mal witzig, mal ernst. So, wie das Leben eben ist. Immer in Bewegung. Sowohl privat (Mutter von drei Kindern 9, 10 & 12 Jahre alt) als auch beruflich interessiere ich mich für Psychologie - ich bin diplomierte Einzel-, Paar- und Familienberaterin. Schreiben ist nicht einfach ein Hobby - es ist Leidenschaft.

2 Kommentare zu „Wie Beziehung glückt

  1. Für mich persönlich ist Ehrlichkeit sehr wichtig.
    Auch dann, wenn sich diese Ehrlichkeit tendenziell gegen mich richtet (z.Bsp. bei Kritik). Aber so kann ich mich verlassen auf meinen Mann und sein Wort – in jeder Beziehung.

    Dass BEIDE bestrebt sind, an der Beziehung zu arbeiten.

    Dass man oft miteinander redet und reflektiert.
    Wie man sich womit fühlt und was es für Möglichkeiten gäbe, dieses Gefühl ggf. zu verbessern.

    Dass man verinnerlicht, dass der Partner niemals Besitz ist.
    Und es Selbstverantwortung bedeutet, seinen Teil beizutragen an der Liebe, damit der Partner GERNE sein Leben mit dem anderen verbringen mag. (was nichts zu tun hat mit Selbstverleugnung)

    Sexuelle Unlust ist kein Grund, gänzlich auf Nähe, Streicheleinheiten, Küsse zu verzichten. Ich habe es im Beruf oft erlebt, dass Männer gerne treu geblieben wären – hätten sie zumindest ab und an liebevolle Berührungen Zuhause erfahren.

    Sich ein offenes, weiches Herz für den Partner zu bewahren, erachte ich als wichtig. Selbst in harten, schweren Zeiten nicht nur an sich selbst zu denken, sondern auch die Position des Partners nachfühlen zu können, schärft Verständnis und bewahrt die Liebe.
    Da gibt es bestimmt noch mehr Hilfreiches.
    Aber soweit einmal von mir persönlich.
    Liebe Grüße, Floh

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