Weihnachtsstimmung?

Weihnachtsstimmung ist eine wundervolle Sache. Mit frohem Herzen durch den Weihnachtsmarkt schlendern, mit Freunden klebrig-süssen Glühwein schlürfen und abends in die weihnächtlich dekorierte Wohnung zurückkehren und sich gemütlich aufs Sofa kuscheln.

Ich bin durch den Weihnachtsmarkt geschlendert. Schon ganze drei Mal. Wobei ich sagen muss, dass es eher ein sich durch die Menschenmenge durchquetschen war. Ich habe Glühwein getrunken und gemeinsam mit den Kindern den glitzernden Tannenbaum in der Bahnhofshalle von Zürich bestaunt und dabei krampfhaft meine Handtasche an mich gedrückt. Und wir sind zurückgekehrt und haben in der schön geschmückten Wohnung Kerzen angezündet und es uns gemütlich gemacht. Es ist wie die letzten Jahre auch – doch etwas ganz Entscheidendes ist anders – etwas Wichtiges fehlt.

Bis jetzt warte ich und warte ich. Doch leider vergebens – die Vorfreude auf Weihnachten will einfach nicht, wie ich es will. Spätestens nach dem Weihnachtssingen der Kinder hat sie sich in den letzten Jahren unweigerlich in mein Herz geschlichen und mein Gemüt in vorweihnachtliche Stimmung versetzt. Und heute? Nichts. Nix. Niente. Nada.

„Stellt euch vor, es ist Weihnachten und keiner merkt’s.“ Genau so lassen sich meine diesjährigen Empfindungen am Besten umschreiben.

Es soll ja Menschen geben, die finden Weihnachten per se ein Arschloch. Und Karma sowieso. Ganz im Gegensatz zu denen, bin ich ein grosser Fan von Weihnachten. Karma hingegen stehe ich eher skeptisch gegenüber.

Weihnachten ist für mich das mit Abstand schönste Fest des Jahres. Für mich kann’s nie genug Glitzern und Funkeln. Bling-Bling und nochmals Bling-Bling. Kerzen, die das Wohnzimmer erhellen, Fenster, die festlich beleuchtet sind und Lichtketten, die die Strassen schmücken. In der Nase der Duft von Glühwein und selbstgebackenen Plätzchen mit Fertigteig. Ich liebe diese Zeit, in der viel gegessen und getrunken wird und man mit seinen Liebsten gemütlich beisammen sitzt.

Natürlich gibt es Gründe, warum es in diesem Jahr anders ist. Der Tod meines Vaters und der damit verbundene Verlust sind, gerade zu Weihnachten, wieder stärker in mein Bewusstsein vorgerückt. Und in dieser Woche ist die liebe Urgrossmutter meiner drei Kinder und Grossmutter meines Mannes von uns gegangen. Obwohl der Tod für sie sicherlich eine Erlösung war, hinterlässt er viele Menschen, die sehr, sehr traurig sind. Diese Tatsache allein stimmt auch mich traurig und nachdenklich.

Und in Südafrika liegt meine Schwägerin, die ich sehr lieb habe, im Spital und ist schwer krank. Und obwohl eine grosse räumliche Distanz dazwischen liegt, geht mir das Ganze sehr nahe.

So hat sich in diesem Jahr anstatt der vorweihnachtlichen Freude eine Melancholie in mein Herz geschlichen. Wie ihr, liebe und treue Leser, wisst, bin ich von Natur aus ein positiver Mensch. So verwundert es vermutlich nicht, dass ich die Hoffnung nicht aufgebe, dass der weihnächtliche Funke doch noch auf mich überspringt. Der Funke, der Weihnachten in ein Fest der Liebe, Freude und der Zuversicht verwandelt. Zuversicht vor allem darauf, dass das nächste Jahr besser wird als dieses. Nicht nur für mich, sondern für die ganze Welt. Darüber schreibe ich heute zwar nicht, aber da liegt leider, leider auch ganz viel im Argen.

Im Internet bin ich auf ein wunderschönes Gedicht von Monika Minder gestossen, das meine Gefühle ziemlich genau widerspiegelt:

„Es bleibt ein kleines Glück, ein Tropfen nur im grossen Strom.Doch weihnachtlich geschmückt, wächst in jedem Herzen ein neues Samenkorn.“

Wie geht es euch bezüglich Weihnachtsstimmung? In diesem Jahr und im Allgemeinen?

 

Quelle: http://www.weihnachtsgedichte-sprueche.net

 

 

 

Verfasst von

Ich stehe mitten im Leben und schreibe darüber. Über das Leben mit all seinen Facetten. Mal bunt, mal düster, mal witzig, mal ernst. So, wie das Leben eben ist. Immer in Bewegung. Sowohl privat (Mutter von drei Kindern 9, 10 & 12 Jahre alt) als auch beruflich interessiere ich mich für Psychologie - ich bin diplomierte Einzel-, Paar- und Familienberaterin. Schreiben ist nicht einfach ein Hobby - es ist Leidenschaft.

4 Kommentare zu „Weihnachtsstimmung?

  1. Liebe Franziska,
    ich habe mich gegen das ganze Unrecht und Leiden auf dieser Welt nur noch für den Humor entschieden.
    Wir dürfen uns dieses Weihnachtsfest nicht vermiesen lassen, wie dein schöner Artikel es zum Ausdruck bringt.
    Gut dass Loriot nicht mehr alles miterleben muss. Wenn du magst lies gerne mal meinen inzwischen 2. Versuch mit Loriot.
    Ansonsten eine geruhsame Weihnachtszeit.
    LG Jürgen aus Loy (PJP)
    https://4alle.wordpress.com/2016/12/16/loriots-advisor-pt-2-christmas-gifts/

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  2. Humor ist eigentlich immer ein probates Mittel, um mit solchen Dingen umzugehen. Manchmal ist es aber auch einfach in Ordnung, wenn man den Schmerz und den Kummer zulässt. Natürlich im Wissen, dass hinter jeder noch so düsteren Wolke die Sonne scheint.

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  3. Danke für deine Rückmeldung.
    Es würde zu weit führen, auf deine Anmerkungen ausführlicher zu antworten.
    Ich habe mich in meinem Blog vielfach bemüht, mit meinen Artikeln über das Leid vieler Menschen (vor den Toren Europas) Beachtung zu finden. Doch leider interessiert das keinen, was mich sehr verwundert. Das hat was mit Empathie und Mitleid(en) zu tun. In Deutschland leider alles `Fremdwörter´.
    Aber gerade Weihnachten ist ein `Fest der Liebe´.
    Und deshalb mit dem Klassiker Loriot.
    Ja, die Sonne wird wieder scheinen. Fragt sich nur für wen.
    LG Jürgen aus Loy (PJP)

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  4. Das Gedicht am Ende finde ich sehr schön…

    Manchmal sind die Dinge am Ende eines Jahres einfach wie sie sind, unveränderbar statisch und doch gibt es noch so viele Dinge die erlebt werden können und sei es nur ein neues WeihnachsFestEmpfinden mit ein bisschen weniger Glitzer und doch ist es bestimmt da, vielleicht versteckt zwischen all den Sorgen und all der Trauer. Vielleicht ist da ein leuchten und funkeln in den Augen deiner Lieben, der Menschen die dich umarmen und da sind.

    Abschied und Trauer ist manchmal schwer auszuhalten, gerade wenn es zu so einer Familiär besinnlichen Zeit passiert, da wird einem das Fehlen noch viel Bewusster…
    Ja irgendwer fehlt, irgendwie ist da ein Loch das einfach nur weh tut, doch ich glaube, auch wenn das jetzt abgedroschen klingen mag, dass die Menschen die nicht mehr bei uns sind, doch irgendwie da sind. Als Bild mit am Tisch, als Parfumduft, als Gedanken mit ihrem Worten (die [so bei mir] noch so hörbar sind, als Musik und Töne, als Schatten im Sessel… da und nah, im fühlen uns spüren…
    und ich denke es ist wichtig das zulassen zu können, vielleicht ist es auch ein Annehmen des Abschieds und ein langsames loslassen…

    Ich hoffe deine Schwägerin wird wieder Gesund, und ich denke Abstand egal wie weit er ist, hat nichts damit zu tun, wie nah einem etwas geht. Die Liebe ist es doch die Verbindet nicht die räumliche nähe auf der ErdenKugel…

    Ich wünsche Dir und deiner Familie ganz viel Kraft für die kommenden Tage…

    Danke für dein Gedicht und deine Zeilen, sie sind mir sehr nah gegangen….

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