Berlin – die Welt steht Kopf und warum wir den Glauben an das Gute nicht verlieren dürfen

Gestern Abend raste ein LKW in einen Berliner Weihnachtsmarkt. Die Frage nach dem „Warum“ ist immer noch offen. Doch einmal mehr ist mir bewusst geworden: Wir vom Westen dürfen uns durch solche Gräueltaten auf keinen Fall zu Opfern machen lassen! Sonst dauert es nicht allzu lange, bis sich das Phänomen der „self-fulfilling prophecy“ für unsere Gesellschaft tatsächlich bewahrheitet. Und nicht nur für uns, sondern auch für unsere Kinder und Kindeskinder.

Je häufiger etwas passiert, desto mehr gewöhnen wir uns daran. Und ja, heutzutage kann überall etwas Schlimmes passieren. Überall und zu jeder Zeit. Die Welt steht Kopf.

Self-fulfilling-prophecy / Bad News

Das Prinzip der sich selbsterfüllenden Prophezeiung funktioniert sowohl im Guten als leider auch im Schlechten. Es ist sogar so, dass den negativen News eine grössere Bedeutung beigemessen wird und sie deswegen unsere Handlungen stärker beeinflussen. Und somit auch die Handlungen derjenigen, denen es egal ist, wenn Unschuldige sterben. Solche Anschläge sind ohne Abstriche zu verurteilen. Man kann es drehen und wenden wie man will, und ich bin beileibe keine Historikerin – doch für mich ist eines sonnenklar: Wir vom Westen sind nicht schuld am Terror. Selbst wenn wir uns ändern würden und unsere westliche Freiheit einschränken würden, würde das am Hass auf uns nichts ändern.

Vielleicht kennt ihr das von euch selbst oder von jemanden in eurem Umfeld…Er oder sie verliebt sich per se immer in den „falschen“ Partner. Anhand dieses Beispiels lässt sich die sich selbsterfüllende Prophezeiung am einfachsten erklären. Unbewusst suchen sie sich Partner, die es ihnen ermöglichen,  ihre altbekannten und häufig negativ geprägten Gefühle und die damit verbundenen Verhaltensmuster zu leben.

Die sich selbsterfüllende Prophezeiung kann aber auch ganze Völker oder Gruppen betreffen. Ein eindrückliches Beispiel hierfür sind die Rassenvorurteile in den USA. Viele Weisse haben gegenüber Schwarzen Vorurteile. Diese Vorurteile wiederum machen es der schwarzen Bevölkerung schwer oder nahezu unmöglich, ihre Lebensbedingungen zu verbessern.

Es gibt auch andere Studien, die diese These unterstützen. Eine davon ist das Trinkverhalten von Jugendlichen (einer siebten Klasse).

In einer Studie mussten 115 Eltern das zukünftige Trinkverhalten respektive den Alkoholkonsum ihrer Kinder einschätzen. Die Kinder von denjenigen Eltern, die das Trinkverhalten ihrer Kinder stark überschätzt hatten, näherten ihren Konsum innerhalb eines Jahres der Schätzung ihrer Eltern an.

Es ist nicht etwa so, dass ich die Auswirkungen des gestrigen Anschlags in Berlin nicht am eigenen Leib spüren würde. Einmal mehr bin ich fassungslos. Wut vermischt sich mit Angst. Ein Cocktail aus Unsicherheit, der langfristig sehr bitter schmecken könnte.

Es könnte auch mich treffen oder jemanden, den ich kenne. Jemanden, den ich liebe. Oder im schlimmsten Fall sogar meine Kinder.Doch eines ist mir klar: Die Lösung kann nicht sein, dass ich ab sofort keinen Weihnachtsmarkt mehr besuche. Die Lösung kann nicht sein, dass ich nicht mehr nach Berlin, Nizza oder Paris reise.

Ich bin überzeugt, dass die Menschheit noch lange nicht verloren ist. Und dass das Gute am Ende siegen wird. Auch wenn die Anstrengungen nicht einfach sein werden. Wir müssen, so banal es vielleicht klingt, einfach daran glauben.

Bild: http://www.pixabay.com

 

 

 

Verfasst von

Ich stehe mitten im Leben und schreibe darüber. Über das Leben mit all seinen Facetten. Mal bunt, mal düster, mal witzig, mal ernst. So, wie das Leben eben ist. Immer in Bewegung. Sowohl privat (Mutter von drei Kindern 9, 10 & 12 Jahre alt) als auch beruflich interessiere ich mich für Psychologie - ich bin diplomierte Einzel-, Paar- und Familienberaterin. Schreiben ist nicht einfach ein Hobby - es ist Leidenschaft.

3 Kommentare zu „Berlin – die Welt steht Kopf und warum wir den Glauben an das Gute nicht verlieren dürfen

  1. Die Self fulfilling prophecy ist ganau das, worüber wir mal nachdenken sollten.
    Sehr interessanter Aspekt in diesem Zusammenhang.
    Aber es geht nicht nur um`s Denken. Wir müssen etwas TUN (und nochmals tun).
    Mir bereiten in Zusammenhang mit dem Anschlag in Berlin die Rechtspopulisten große Sorgen. Mehr will ich noch nicht sagen.
    Weihnachten ist aber erst mal Ruhe angesagt.
    Jürgen aus Loy (PJP)

    Gefällt 1 Person

  2. Lieber Jürgen, ein Gedanke ging mir gerade nicht mehr aus dem Kopf. Von Donald Trump erwartet ein grosser Teil der Welt (ich inklusive) nichts Gutes. Nicht auszudenken, wie viel Scheisse er produzieren muss (wird), damit sich die sich selbsterfüllende Prophezeiung bewahrheitet. Und ich befürchte sehr, dass die Kacke diesbezüglich mächtig dampfen wird. Möge ich mich irren. Liebe Grüsse, Franziska

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s