Entscheidungen: welche Rolle spielt dabei die Tageszeit?

Es gibt Menschen, denen fällt es schwer, Entscheidungen zu treffen. Vielleicht täten sie gut daran, diese nicht abends zu fällen.

„Der frühe Vogel fängt den Wurm“, besagt ein Sprichwort. Als Gegenargument könnte man jetzt anbringen, dass der frühe Vogel eben nur den frühen Wurm fängt. Aber immerhin – er fängt zumindest einen, und das ist alleweil besser, als leer auszugehen, oder?

Obwohl ich mich der Kategorie Nachtmensch zuordne, sprich meistens spät zu Bett gehe und morgens, sofern es die Zeit und die anderen Familienmitglieder zulassen, gerne ausschlafe, liegt mir der Morgen zum Arbeiten viel besser. Somit ergibt besagtes Sprichwort sogar für mich als Nachteule einen Sinn, und zwar ganz ohne Gegenargument.

Am Morgen gelingt es mir deutlich einfacher, mich zu konzentrieren. Der Fokus beim Arbeiten liegt dabei im Wesentlichen und ich verliere mich nicht in unwichtigen Kleinigkeiten. Auch Entscheidungen zu finden und zu treffen, gelingt mir morgens zuverlässiger als zu jeder anderen Tageszeit. Vor allem sind es Entscheidungen, die ich später selten bereue, oder gar rückgängig machen würde, denn sie sind wach, konzentriert und mit Bedacht getroffen worden.

Es gibt eine Studie, die meine Erkenntnisse unterstützt: Untersucht wurden Entscheidungen von Spielern im Onlineschachspiel. Bei 100 Teilnehmern wurde ihr Spielverhalten unter Berücksichtigung ihres Tagesrhythmus sowie ihrer täglichen Routinen analysiert. Ein Spieler musste pro Partie Entscheidungen für zirka 40 Züge treffen.

Das Resultat verblüfft mich nicht sonderlich: Es wurde festgestellt, dass die sich die Teilnehmer der Studie, ungeachtet ob sie Langschläfer oder Frühaufsteher waren, im Laufe des Tages immer schneller und unkonzentrierter für ihre nächsten Züge entschieden. Und je weiter der Tag fortschritt, desto grössere Risiken gingen die Spieler ein.

Habt ihr dieses Phänomen betreffend Entscheidungen und Tageszeit bei euch auch schon festgestellt? Bin gespannt und freue mich auf euer Feedback.

Herzlich, Franziska

Quelle: Psychologie Heute, Heft Februar 2017, „Morgens entscheiden wir anders als abends“, Seite 7

Bildquelle: pixabay.com

 

 

Verfasst von

Ich stehe mitten im Leben und schreibe darüber. Über das Leben mit all seinen Facetten. Mal bunt, mal düster, mal witzig, mal ernst. So, wie das Leben eben ist. Immer in Bewegung. Sowohl privat (Mutter von drei Kindern 9, 10 & 12 Jahre alt) als auch beruflich interessiere ich mich für Psychologie - ich bin diplomierte Einzel-, Paar- und Familienberaterin. Schreiben ist nicht einfach ein Hobby - es ist Leidenschaft.

Ein Kommentar zu „Entscheidungen: welche Rolle spielt dabei die Tageszeit?

  1. Tages abhängige Denk Prozesse, ja schon, hat aber weniger mit der auf steh Zeit oder früh_spätaufsteher zu tun. Sondern irgendwie eher mit meiner_der Leistung Kurve…
    Und je nachdem entscheide ich sicher auch unterschiedlich, ganz unabhängig von allgemeinen „sich nicht entscheiden können 😉“

    … Mit lieben 🐘 Grüßen

    Gefällt 1 Person

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