Zusammenleben: gesagt ist nicht gehört und wie man das ändern kann

Es gibt im Leben eines jeden Menschen Situationen, die „zum aus der Haut fahren“ sind. Wo Menschen leben, arbeiten und wohnen, prallen oft Welten aufeinander. Kleinere und grössere Planeten befinden sich auf Kollisionskurs – ein Zusammenstoss ist jedoch nicht zwingend notwendig. Vielleicht bist du die Ausnahme, welche die Regel bestätigt, wer weiss? Falls nicht, solltest du unbedingt weiterlesen.

Gerade sitze ich in der Sonne und grüble mal wieder über die Menschheit nach und welchen Herausforderungen wir uns im Umgang miteinander immer mal wieder stellen müssen. Ich stelle fest, das Ganze ist eine sehr komplexe Angelegenheit, für die es leider kein Patentrezept gibt.

Das Problem im menschlichen Miteinander liegt meiner Meinung nach nicht darin, dass jeder Mensch ein Individuum und damit anders ist, als man selbst. Die Schwierigkeit liegt viel eher darin verborgen, dass wir diesem Umstand schlicht und ergreifend zu wenig Beachtung schenken.

Und während ich da so sitze und darüber nachdenke, schiesst mir wieder und wieder die folgende Weisheit von Konrad Lorenz durch den Kopf:

gesagt ist nicht gehört

gehört ist nicht verstanden

verstanden ist nicht einverstanden

einverstanden ist nicht behalten

behalten ist nicht angewandt

angewandt ist nicht beibehalten

Für mich ist es offensichtlich – in diesen wenigen Zeilen liegt ganz viel Wahres verborgen. Wenn man sich der Tatsache bewusst ist, dass jeder Mensch anders ist als man selbst, dann ist es auch nicht verwunderlich, dass man hie und da und immer mal wieder vom Gegenüber nicht verstanden wird. Egal, wie oft und mit welchen Worten man etwas zu sagen oder zu erklären versucht.

Mehr als einmal schon wollte ich mich, bildlich gesprochen, am liebsten auf den Kopf stellen, nur damit das Gegenüber zuhört und versteht, was ich eigentlich sagen möchte. Festzustellen, dass man vom Gegenüber nicht verstanden wird, kann ziemlich frustrierend sein.

Aber eben, gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden und längst nicht immer einverstanden.

Und selbst wenn das Gegenüber zuhört, versteht und einverstanden ist, kommen weitere mögliche Aspekte hinzu, die es im Umgang miteinander zu berücksichtigen gilt.

Vielleicht wäre die Welt und der Umgang zwischen den Menschen ein fried- und liebevollerer, wenn sich mehr Menschen dieser Tatsachen bewusst wären.

Es liegt in der menschlichen Natur, dass wir uns selbst sehr oft am Nächsten sind. Dagegen ist aus meiner Sicht nichts einzuwenden. Und doch gibt es im Leben immer wieder Situationen, wo es im Zusammenleben mit anderen unabdingbar ist, dass wir begreifen, dass unsere Vorstellungen, Gefühle, Sehnsüchte, Bedürfnisse, Ziele Meinungen, Überzeugungen, Gedanken, Sichtweisen, Motive, Motivationen und Glaubenssätze mit dem Gegenüber wenig gemein haben.

Um zu begreifen, wie oder was ein anderer Mensch denkt und fühlt und warum er in gewissen Situationen entsprechend anders handelt, müsste man in der Tat in dessen Haut schlüpfen können.

Eine ziemlich gruslige Vorstellung, wie ich finde. Und Gott sei Dank gänzlich unnötig.

Wenn wir die Weisheit von Konrad Lorenz, und sei es nur ein bisschen, verinnerlichen, wird es möglich, zu begreifen, dass es Menschen gibt, die anders denken, fühlen und handeln. Hierfür ist es jedoch unabdingbar, dass wir auch uns gegenüber achtsam sind. Nur so ist es möglich, die Muster und Zusammenhänge zu erkennen.

 

 

 

 

 

Verfasst von

Ich stehe mitten im Leben und schreibe darüber. Über das Leben mit all seinen Facetten. Mal bunt, mal düster, mal witzig, mal ernst. So, wie das Leben eben ist. Immer in Bewegung. Sowohl privat (Mutter von drei Kindern 9, 10 & 12 Jahre alt) als auch beruflich interessiere ich mich für Psychologie - ich bin diplomierte Einzel-, Paar- und Familienberaterin. Schreiben ist nicht einfach ein Hobby - es ist Leidenschaft.

Ein Kommentar zu „Zusammenleben: gesagt ist nicht gehört und wie man das ändern kann

  1. Hallo Franziska. Ich versuche immer die Menschen so zu nehmen wie sie sind. Man muss ja nicht immer einer Meinung sein und wenn es garnicht passt kann man ja auch Abstand nehmen. Aber ich würde mich nie für jemanden verbiegen, mich muss ja auch nicht jeder mögen. Wenn man das für sich akzeptieren kann ist vieles leichter. LG, Nati

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