Sommerferien – Alles hat ein Ende

Entgegen den vorherigen Jahren habe ich mich dieses Jahr nicht auf das Ende der 5-wöchigen Sommerferien gefreut. Auf Facebook lachen einem die Mütter entgegen, die das Ende der Ferien und die damit verbundene Rückkehr zur alten Ordnung kaum abwarten können. Ich kann mich gut in deren Lage hineinversetzen. Schliesslich erging es mir in den letzten paar Jahren nicht anders.

Süsse Freiheit. Niemand, der, gefühlt eine Million Mal, „Mama“, „Mama“, „Mama“ ruft. Die einzigen, die der Sommerferienfreiheit langsam überdrüssig wurden, sind meine Kinder. Und so verwundert es nicht, dass sie es heute Morgen kaum abwarten konnten, das neue Schuljahr und seine Herausforderungen in Angriff zu nehmen. Genug gebadet, genug gereist, genug geschlafen.

Es liegt bestimmt am Alter meiner drei Kinder, dass ich die langen Sommerferien richtig ausgiebig geniessen konnte. Je älter die Kinder werden, desto mehr bekommt man als Mutter (gilt für die Väter natürlich auch) wieder gewisse Freiheiten zurück. Man kann alleine aus dem Haus. Man kann in Ruhe mit Freunden zusammensitzen, ohne dass die Kinder einem alle fünf Minuten unterbrechen und Aufmerksamkeit fordern. Die Kinder unternehmen gewisse Dinge ohne mich und organisieren sich untereinander selbst. Ich kann in aller Ruhe vor dem Computer sitzen und von zu Hause aus arbeiten. Dinge, die lange Zeit nicht möglich waren oder einen riesigen organisatorischen Aufwand mit sich brachten.

Und ich kann – ausschlafen! Man höre und staune. Ein Luxus, der lange Zeit vorbei war, und ich hätte es phasenweise für unmöglich gehalten, dass es überhaupt jemals wieder möglich sein würde.

Dass ich mich tatsächlich nicht auf das Ende der Sommerferien freue, dieses Ende jeweils sogar regelrecht herbeisehnte, auch das hätte ich lange Zeit für unmöglich gehalten.

Die Zeit rast

Einerseits bin ich grausam stolz auf meine Kinder. Sie sind schon so gross und ich finde, sie machen ihre Sache richtig gut. Für zwei meiner Allerliebsten beginnt heute ein neuer Abschnitt. Meine Tochter kommt in die Oberstufe und der Mittlere in die Mittelstufe. Das bedeutet neue Lehrer und eine neue Klasse. Diesbezüglich kann ich mich noch gut an die Gefühle in meiner Kindheit erinnern. Es war eine Mischung aus Freude, Unsicherheit und Neugierde. Gefühle, die man niemals vergisst.

Andererseits bin ich erfüllt mit einer gewissen Traurigkeit und einer grossen Portion Wehmut. Mir ist ehrlich gesagt, so richtig zum Heulen zumute. Es ist so leicht dahingesagt, doch die Zeit vergeht tatsächlich viel zu schnell. Sie rast und kaum hat man’s begriffen, sind die Kleinen gross und sie beginnen sich verstärkt abzunabeln.

Und ich spüre, dass mir das viel zu schnell geht. Ich bin noch nicht bereit, loszulassen und doch weiss ich, dass mir nichts anderes übrig bleibt, als den natürlichen Lauf der Dinge zu akzeptieren. Und wie so oft im Leben, wird auch diese Phase der Wehmut vorüberziehen. Ein kleiner Trost. Immerhin.

Wie geht es euch, liebe Mütter, liebe Väter? Kennt ihr sie auch, diese Mischung aus Freude, Stolz Trauer und Wehmut? Oder herrscht bei euch Freude pur über die zurückgewonnene Freiheit?

 

 

 

Verfasst von

Ich stehe mitten im Leben und schreibe darüber. Über das Leben mit all seinen Facetten. Mal bunt, mal düster, mal witzig, mal ernst. So, wie das Leben eben ist. Immer in Bewegung. Sowohl privat (Mutter von drei Kindern 9, 10 & 12 Jahre alt) als auch beruflich interessiere ich mich für Psychologie - ich bin diplomierte Einzel-, Paar- und Familienberaterin. Schreiben ist nicht einfach ein Hobby - es ist Leidenschaft.

3 Kommentare zu „Sommerferien – Alles hat ein Ende

  1. Liebe Franziska,

    Ich empfinde ebenso mehr Wehmut als sonst. Der Große ist aufs Gymnasium in die nächste Stadt gewechselt und die kleine geht mit Vollgas auf die Vorschule zu. War ich sonst immer froh um den nächsten Schritt der Kinder und die damit einhergehende Freiheit für mich – ist es diesen Sommer ähnlich wie bei dir. Die Zeit vergeht zu schnell. Der Prozess schreitet voran, ohne mich um Erlaubnis zu fragen.

    Sonnige Grüße
    Jana

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Franziska

    Melancholie, dieser langsam vergilbende Schleier einer vergangenen Zeit dem Frau mit Wehmut aber auch Dankbarkeit nachblickt. Aus dem „Kleinen“ wurde ein „Grosser“ der seinen Weg geht, auf den ich Stolz bin und den ich loslassen konnte – Ein langer Prozess. Und gerade jetzt ist da der kleine Stich im Herz und die Wehmut …. Ich weiss genau was du meinst!

    Herzlich
    Sibylle

    Gefällt 1 Person

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