Das Glück ist auch ein König

Glück ist kein Dauerzustand, sondern vergänglich. Glück ist ein Augenblick. Manchmal dauert es Tage an, oft nur wenige Stunden, manchmal gar Minuten oder Sekunden.

Oder doch ein Leben lang?

Ist Glück tatsächlich vergänglich? Kommt es nicht viel mehr darauf an, woraus wir unser Glück schöpfen? Schliesslich hat doch alles im Leben seinen Anfang, seinen Ursprung.

Für mich gibt es zwei Arten von Glück – das Glück, das lange währt und das flüchtige Glück. Für die einen ist Glück ein Gefühl, für andere wiederum ein Bedürfnis. Für mich ist es Beides.

Glücksgefühle sind wunderschön und wir nehmen diese als ungemein angenehm und erfüllend wahr. Wenn ich verliebt bin, macht mich das glücklich. Wird die Liebe erwidert, schwebt man gar im siebten Himmel. Schönes Wetter kann glücklich machen oder ein feines Essen in angenehmer Gesellschaft. Auch Erfolg macht glücklich.

Bei meinem 9jährigen Sohn war es in der vergangenen Woche ein kleiner weisser König, der in seinem Dreikönigskuchen-Stück steckte.

Ein spannendes Buch, gute Musik, Tanzen, Singen, Lachen.

Selbst Schuhe können glücklich machen. Und das in einem für viele Männer unvorstellbaren Ausmass.

„Put on your red shoes and dance the blues…“ An dieser Stelle zieh’ ich meinen Hut vor einem grossen Musiker. Danke, David Bowie. Du bist gegangen, doch deine Musik wird für immer bleiben.

Erleichterung kann ebenfalls ein Glücksgefühl hervorrufen. Endlich ist die Prüfung geschafft und der Druck fällt einem zentnerschwer von den Schultern.

Die Umstände, die dazu beitragen, einen Menschen glücklich zu machen, sind sehr subjektiv. Diese Art des Glücks, so schön es auch ist, ist vergänglich. Oft sind es Momente, die man für immer festhalten möchte. Momente, an die man sich gerne zurückerinnert. Momente, die unser Leben in irgendeiner Form bereichert haben.

Doch Freundschaften können zerbrechen. Und nach der anfänglichen Verliebtheit kann das Objekt der Begierde rasch zu einem schwabbligen Nervtöter mit viel zu stark behaarter Brust mutieren. Und in diesem Jahr trägt das Wetter wenig bis nichts dazu bei, dass wir unsere Gesichter glücksstrahlend der Sonne entgegenstrecken könnten. Erfolg kann Neid und Missgunst hervorrufen.

Der kleine weisse König wird zum neusten Spielzeug für unsere Katze und die goldene Krone auf dem Boden des Kinderzimmers zeugt von der Vergänglichkeit eines glücklichen Augenblicks.

Glück als Bedürfnis

Glück ist für mich persönlich weit mehr als ein Gefühl. Für mich ist Glück  ein Bedürfnis. Wenn ich glücklich bin, dann geht es mir gut. Ich bin der tiefen Überzeugung, dass das Leben mit dieser Einstellung um einiges einfacher zu meistern ist. Natürlich gibt es sie – die Tiefs. Immer wieder. Trauer, Verlust, Krankheiten, Streit, Zwist, Tod – sie sind eng mit dem Leben verbunden. Ich behaupte sogar, dass die Tiefs das Glück, die Freude, gar unterstützen, sie sogar ermöglichen. Erst durch die Tiefs hat das Glück die Chance, sich in seiner ganzen Pracht zu entfalten. Es kommt vor, dass man im Strudel des Lebens ganz weit nach unten tauchen muss, damit man wieder an die Oberfläche gelangen und nach Luft schnappen kann.

Schon als Kind habe ich mich trotz erschwerter Umstände dazu entschieden, mich und mein Leben zu mögen. Das gelingt mir meistens ganz gut, auch wenn es nicht immer einfach ist. Dank dieser Lebenseinstellung ist Glück nicht nur ein Zufall. Oder ein Schmetterling, der sich auf meinem Handrücken niederlässt, kurz verweilt und dann wieder von dannen fliegt.

Diese Grundeinstellung hat mir schon oft dabei geholfen, selbst in sehr schwierigen Zeiten, den Mut nicht zu verlieren, denn in mir habe ich diese Zuversicht, dass auch wieder bessere Zeiten kommen. Die meiste Zeit meines bisherigen Lebens hat mir diese Einstellung dabei geholfen, optimistisch und lebensbejahend durch die Welt zu gehen. Wenn man in einer schwierigen und belastenden Phase des Lebens steckt, gibt sich das Glück nicht unmittelbar zu erkennen. Spätestens dann, wenn das Glück wieder zum Vorschein kommt und die Oberhand gewinnt, spätestens dann weiss ich, dass es auch viel schlimmer hätte sein können. Eine positive Erfahrung, die durchaus von Nutzen sein kann.

Unabhängig davon, wie jeder von uns den Begriff Glück definiert, besitzt Glück eine einzigartige Eigenschaft – es lässt sich wunderbar teilen. Und bringt dann doppelt soviel Freude.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verfasst von

Ich stehe mitten im Leben und schreibe darüber. Über das Leben mit all seinen Facetten. Mal bunt, mal düster, mal witzig, mal ernst. So, wie das Leben eben ist. Immer in Bewegung. Sowohl privat (Mutter von drei Kindern 9, 10 & 12 Jahre alt) als auch beruflich interessiere ich mich für Psychologie - ich bin diplomierte Einzel-, Paar- und Familienberaterin. Schreiben ist nicht einfach ein Hobby - es ist Leidenschaft.

4 Kommentare zu „Das Glück ist auch ein König

  1. Glück ist für mich persönlich nicht das, was ich erstrebe.
    Ich denke, je mehr man es will, desto seltener kommt es.

    Ich strebe vielmehr nach Zufriedenheit.
    Zufriedenheit ist ein Zustand, der sich auch dauerhaft herstellen läßt. Zufrieden kann ich sein, wenn ich Dinge mit dem Herzen betrachte; die Liebe in mir und anderen/m erkenne und darin schwinge.
    Zufriedenheit ist warm, geborgen und kuschelig, wie mein Kissen im Bett.
    Wenn dann hierzu noch ab und an das Glück bei mir klopft, ist das wie ein extra-topping auf meinem großen Eisbecher.

    Gefällt 1 Person

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