Alpamare zum Zweiten – Traum oder Albtraum?

Von Wasserrutschen, Sardinen, Weisswein und Scheidenpilz…

Gestern war ich wieder einmal im „Alpamare“, einem Erlebnisbad am schönen Zürichsee. Nach gut eineinhalb Jahren wollte ich es nochmals wissen. Schliesslich sind Sommerferien und ich wollte keine Spassbremse sein.

Und – oh Wunder – es war gut. Richtig gut. Ich hatte dieses Mal sogar richtig Spass.

Drei Dinge haben entscheidend dazu beigetragen und zwar

a) dass ich mit einer Freundin dort war und

b) dass es Sommer ist und man es sich draussen in der Sonne, mit Sicht auf den See, auf einem Liegestuhl gemütlich kann.

Und last but not least – wir waren bereits bei Kassenöffnung um 10 Uhr morgens dort und konnten somit dem Massenansturm entgehen.

Nicht so wie beim letzten Mal, wo ich mich im Bad wie in einer Sardinenbüchse gefühlt habe. Eingeklemmt zwischen knutschenden Teenagern, übermotivierten Vätern und quatschenden Müttern mit ihren Kindern.

Zudem können die Kinder in der Zwischenzeit alle Bahnen ohne Erwachsenenbegleitung benutzen, was das Ganze natürlich enorm vereinfacht.

Ein weiteres Highlight war, dass ich meine Angst überwunden habe und mich todesmutig in die Fluten der Cobra-Wasserrutsche gestürzt habe. Die Rutsche war zwar sehr schnell und stellenweise auch grenzwertig steil (für meine Begriffe) doch es war bei Weitem nicht so furchtbar, wie ich es mir in meiner Fantasie ausgemalt hatte.

Ich möchte Euch, liebe Leserinnen und Leser, jedoch nicht vorenthalten, wie ich mich bei meinem letzten „Alpamare“ Besuch gefühlt habe. Deshalb dieser Repost vom 14. Februar 2014:

Das Schöne am Schreiben ist ja, dass man dabei etwas verarbeiten kann. Und ich muss eben genau das, just in diesem Augenblick. Ich war mit meinen Jungs im „Alpamare“.

Falls jemand von euch diesen Ort nicht kennt, kein Problem, ihr verpasst nichts. Ausser ihr seid zwischen vier und achtzehn Jahre alt oder männlichen Geschlechts. Oder in Begleitung einer Freundin. Das „Alpamare“ ist ein Erlebnisbad am Zürichsee und der grösste überdachte Wasserpark Europas. Elf Rutschbahnen mit einer Gesamtlänge von fast zwei Kilometern bieten ein endloses Rutschvergnügen. Als Kind hätte ich bestimmt ebenso viel Spass gehabt wie meine beiden Jungs. Aber eben, gestern ist gestern und heute ist heute. Und dazwischen liegen bekanntlich ein paar Jährchen und diese sind dafür verantwortlich, dass das Vergnügen nicht wirklich auf meiner Seite war. Ein Spass für die ganze Familie…von wegen.

Ich hasse Hallenbäder. Und seit heute steht an oberster Stelle ganz klar das „Alpamare“. Wasserrutschbahnen, endlos viele Leute – ein Gewusel, das seinesgleichen sucht! Und schweineteuer ist das Ganze auch noch! Fuss- und Scheidenpilz inklusive.

Ich kann’s also kaum erwarten…

Es gibt da beispielsweise die Cobra-Wasserrutsche. Sehr steil, sehr schnell. Nichts für schwache Nerven. Meine Jungs rauf und runter, rauf und runter. Ich verzichte dankend darauf. Bin schliesslich noch viel zu jung zum Sterben (ich alter Angsthase).

Die einzige Rutsche, die mir gefallen hat, war der „Thriller“. Zu dritt auf einer Art Schlauchboot im Dunkeln ins Ungewisse sausen. Im letzten Drittel hat dann der Kleinste den Salto aus dem Gummiteil gemacht. Das fand er dann kurz nicht so wirklich lustig, ich auch nicht. Die Tränen waren aber schnell getrocknet und weiter ging’s.

Rauf und runter, rauf und runter. Gefühlte 100 Mal! Gut ist der Eintritt auf vier Stunden beschränkt. Ich hätte es keine Minute länger ausgehalten, ohne Amok zu laufen. Der gut gemeinte Rat einer lieben Freundin im Restaurant Weisswein zu bestellen, klappte leider auch nicht. Das Ambiente lädt nicht wirklich zum Verweilen ein und wer will denn schon in die Wasserrutschbahn kotzen. Hinzu kommt, dass EIN Glas sowieso NICHT gereicht. Also blieb mir nichts anderes übrig, als das Ganze nüchtern zu ertragen. Bis zum bitteren Ende.

Schön war dann der warme Aussenpool. Allerdings wär’s noch viel, viel angenehmer, wenn man den Pool für sich alleine hätte. Überall knutschende Teenager. Und übermotivierte Väter. Und quatschende Mütter. Und knutschende Teenager. Und übermotivierte Väter. Und quatschende Mütter. Und Kinder ohne Ende. Und ich mit meinen beiden Jungs mittendrin. Ein Albtraum. Meine Fresse, Happy Valentine! Ich will nach Hause. Schnell, ganz schnell!

Und jetzt in aller Ruhe ein Glas Weisswein geniessen. Zuhause im warmen, gemütlichen und RUHIGEN Wohnzimmer sitzend.

Eure Franziska, total entspannt, endlich!

 

 

Verfasst von

Ich stehe mitten im Leben und schreibe darüber. Über das Leben mit all seinen Facetten. Mal bunt, mal düster, mal witzig, mal ernst. So, wie das Leben eben ist. Immer in Bewegung. Sowohl privat (Mutter von drei Kindern 9, 10 & 12 Jahre alt) als auch beruflich interessiere ich mich für Psychologie - ich bin diplomierte Einzel-, Paar- und Familienberaterin. Schreiben ist nicht einfach ein Hobby - es ist Leidenschaft.

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