Fleischeslust

Ich frage mich ja schon lange, ob Veganer tierisch guten Sex haben können? Ich meine, ob sie sich so richtig der Fleischeslust hingeben können – mit allem, was dazu gehört. Von wegen Eiweiss, und so…Tierische Produkte eben.

Die lieben Veganer. Ja, ich mag sie. Sogar das Essen. Ich bin schliesslich ein sehr toleranter Mensch. Jeder soll nach seiner eigenen Façon selig werden.

Das Problem ist nur, dass mich die Veganer nicht mögen. Warum? Weil ich gerne Fleisch esse. Ein Sommer ohne den lieblichen Duft von gebratenem oder gegrilltem Fleisch in der Luft ist für mich schlicht und ergreifend eine unmögliche Vorstellung. Oder Wurst. I love it.

Ich befürchte, spätestens jetzt habe ich meine veganen und vegetarischen LeserInnen verloren, was ich natürlich sehr bedaure. Aber vielleicht seid ihr ja doch nicht so intolerant, wie ich vermute.

Ob ihr’s glaubt oder nicht – ich hab sogar mal versucht, auf Fleisch zu verzichten. Den Tieren zuliebe. Richtig gelesen. Hat zwei knappe Monate lang funktioniert. Es war die Hölle.

Das liegt jetzt gut und gerne zwanzig Jahre zurück. Es war Sommer und unerträglich heiss. Neben mir stand ein Tiertransporter auf dem Weg zum Schlachtehof. Gesehen habe ich nichts, aber gehört. Es war herzzereissend. Schliesslich bin ich keine Tierquälerin und auch keine ignorante Null. Bei weitem nicht. Veganer sind oft nicht sonderlich tolerant und uns Fleischessern wird keinerlei Verständnis entgegen gebracht. Wir werden allenfalls geduldet. Dabei ist das Essen von Fleisch doch nur natürlich, oder? Die Menschheit wäre ohne Fleisch…nee, auf diese Diskussion will ich mich jetzt gar nicht einlassen. Gerne ein anderes Mal mehr und ausführlicher.

Noch nie in meinem Leben verspürte ich so dermassen Lust auf ein saftiges Steak wie in diesen zwei Monaten. Irgendwann habe ich dann der Lust nachgegeben. So einfach ist das, und ich bereue diesen Entscheid in keinster Art und Weise. Ich esse einfach das, worauf ich Lust habe. Basta und Pasta. A propos…

Fleisch muss sein, aber nicht jeden Tag. Ich gehöre somit nicht nur zur Spezies des gemeinen Fleischfressers, sondern ich streife mit meiner Ernährung noch ein weiteres Spektrum, und zwar das des Flexitariers. Sich als Fleischfresser zu outen geht heute ja noch kaum, damit bin ich eigentlich nicht mehr gesellschaftsfähig und sollte mich so was von schämen. Flexitarier ist also ganz praktisch, um gesellschaftlich einigermassen mithalten zu können.

Zuzugeben, dass man Fleisch isst, ist heutzutage ungefähr genau so verpönt wie das Rauchen. Ihr seht, ich hab’s echt nicht leicht. Doch solange ich meiner Fleischeslust nicht heimlich frönen muss, ist trotz der teils verwirrenden Zustände, was die ganze Esserei/Ernährung anbelangt, alles gut und ich gehe davon aus, dass das auch noch lange so bleiben wird.

Etwas liegt mir noch sehr am Herzen: Ich möchte, dass das ALLE wissen. Am besten die ganze Welt. Damit haben die Veganer, die Vegetarier und Menschen wie ich zumindest etwas gemeinsam.

Aber ich schweife ab. Gerne möchte ich zum Schluss die eingangs gestellten Fragen aufnehmen und hier in die Runde stellen.

Verfasst von

Ich stehe mitten im Leben und schreibe darüber. Über das Leben mit all seinen Facetten. Mal bunt, mal düster, mal witzig, mal ernst. So, wie das Leben eben ist. Immer in Bewegung. Sowohl privat (Mutter von drei Kindern 9, 10 & 12 Jahre alt) als auch beruflich interessiere ich mich für Psychologie - ich bin diplomierte Einzel-, Paar- und Familienberaterin. Schreiben ist nicht einfach ein Hobby - es ist Leidenschaft.

3 Kommentare zu „Fleischeslust

  1. Ich ernähre mich zwar vegan, aber es stört mich absolut nicht, wenn irgendjemand Fleisch isst. Ich habe es selbst lange genug gegessen und das mit Genuß, also brauche ich mich auch nicht auf ein moralisches hohes Ross setzen. Wenn Leute wissen, wo ihr Fleisch herkommt und es trotzdem essen ist das eine Sache – wer aber behauptet, die 95ct Salami vom Discounter hatte ein gutes Leben, bei dem ist dann schon eher Hopfen und Malz verloren.
    Die Missioniererei und das „aber ich bin päpstlicher als der Papst und so viel besser als Du!“-Getue geht mir auch nur noch auf die Nerven.
    Liebe Grüße!

    Gefällt 2 Personen

  2. Ich war 19 Jahre Vegetarierin, davon 1 1/2 Jahre vegan. Jetzt esse ich wieder Fleisch und genieße das! Ich könnte mir nicht mehr vorstellen, auch nur vegetarisch zu leben. Allerdings esse ich nur 1 bis 2 Mal pro Woche Fleisch und nur vom Naturmetzger oder bio. Das habe ich in meiner Veggie-Zeit gelernt: Massentierhaltung ist absolut verwerflich.
    Liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

  3. Hallo Andrea,
    danke für das Stichwort `Massentierhaltung´.
    Das ist absolut verwerflich, moralisch ethisch nicht zu vertreten und letztlich ist es Fakt, dass wir damit unsere Gesundheit auf`s Spiel setzen.
    Ich esse nicht nur Fleisch, sondern genieße es!! Von gesunden glücklichen Tieren, aber ´nicht von den kranken gequälten…. etc.pp.
    Aktuell hab ich darüber einen Artikel geschrieben, Flugblätter, t-shirt angefertigt, weil ich es nicht mehr mit ansehen kann, wie da Hühner in sage und schreibe 36 Tagen hochgepeppelt werden, die wir dann essen. Lieber gleich zu meinem Artikel:
    https://4alle.wordpress.com/2016/06/19/massentierhaltung-abgeschafft-fuer-mensch-und-tier/
    Im Namen der Tiere: Wenn`s geht den Artikel weitergeben. Ich brauche Unterstützung, wie auch immer!!! Blogger gegen Massentierhaltung.

    Gefällt 1 Person

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