Geschirrspülerchaotentum oder Philosophische Betrachtung einer äusserst banalen Tätigkeit

Geschirrspüler einräumen mag ich überhaupt nicht. Und leider ist es ebenso unumgänglich – das vermaledeite Teil muss auch wieder ausgeräumt werden. Und bei einer fünfköpfigen Familie sogar zwei- bis drei Mal täglich.

Beim Einräumen gehöre ich zur Gruppe der Superchaoten. Eigentlich glaube ich dieser Werbung, die einem weismachen will, dass die grosse Kaffeetasse selbst dann sauber wird, wenn man sie über das kleine Espressotässchen stülpt. Beim Ausräumen werde ich dann aber oft eines Besseren belehrt.

Das Gute dabei: Geschirr, welches noch nicht sauber ist, muss in so einem Fall auch (noch) nicht ausgeräumt werden. Ich bin also Meisterin des Geschirrspüler-Ausräumen-Selbstbetrugs!

Ebenso erstaunlich finde ich die Tatsache, wie viel Geschirr wirklich in den Geschirrspüler reinpasst, wenn man das ordentlich macht. Ordentlich und mit System!

In dieser Kategorie ist mein Mann ein wahres Genie. Mit seiner Technik schafft er es locker, die doppelte Menge an Geschirr einzuräumen wie ich. Und natürlich wird beim ersten Spülgang auch alles sauber. Die Werbung lügt also doch nicht. Wusst ich’s doch…

Man kann sich denken, dass dieser kleine, aber feine Unterschied zu Anfang unserer Beziehung zu ein paar Diskussionen Anlass gegeben hat. Aber Hand aufs Herz – solange es sich nur um solche banalen Dinge handelt, ist ja alles im grünen Bereich, oder?

Mein Mann hat sich mittlerweile (mehr oder weniger) damit abgefunden. Nach anfänglichen (gescheiterten) Versuchen, mir seine Technik zu vermitteln, räumt er meine chaotisch eingeräumten Teller, Tassen, Gläser und Pfannen kommentarlos um. Manchmal beobachte ich, wie er dabei den Kopf leicht schüttelt, wenn er mit weit aufgerissenen Augen entsetzt ins Innere des Geschirrspülers starrt.

Das nenn’ ich wahre Liebe. Danke, mein Herz!

Unabhängig dieser Tatsche weiss ich dieses Haushaltsgerät natürlich trotzdem zu schätzen! Wenn der Geschirrspüler nämlich mal wegen eines technischen Defekts den Geist aufgibt, dann kommt die gute alte „Von-Hand-abwaschen-Methode“ zum Einsatz und das, ihr Lieben, finde ich dann noch tausend Mal mühsamer!

Repost vom 14.11.2013

Verfasst von

Ich stehe mitten im Leben und schreibe darüber. Über das Leben mit all seinen Facetten. Mal bunt, mal düster, mal witzig, mal ernst. So, wie das Leben eben ist. Immer in Bewegung. Sowohl privat (Mutter von drei Kindern 9, 10 & 12 Jahre alt) als auch beruflich interessiere ich mich für Psychologie - ich bin diplomierte Einzel-, Paar- und Familienberaterin. Schreiben ist nicht einfach ein Hobby - es ist Leidenschaft.

7 Kommentare zu „Geschirrspülerchaotentum oder Philosophische Betrachtung einer äusserst banalen Tätigkeit

  1. Bei uns bin ich der „Umräumer“ und ich frage mich jedes Mal, warum der Rest der Familie nach all den Jahren immer noch nicht bemerkt hat, dass die flachen Teller links und die tiefen rechts am besten stehen – nicht umgekehrt oder gar durcheinander *persönlicher Horror*. *lachlach* jedem seine Macke, sag ich da nur 😁

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  2. Da wurd ich auch immer verrückt, wenn der Mann die Maschine einräumte und alles unordentlich drin stand..

    Mich stört aber auch wie er die Einkäufe aufs Band legt.. 😀
    Kreuz und quer, zwischendurch viel Platz dann wieder aufeinander.
    Ich räume auch hier ordentlich um, wenn die Turbo-Kassiererin Zeit lässt..
    LG

    Gefällt 1 Person

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