Sexflaute – Oversexed but underfucked

Sex findet in der Realität zwischen Paaren selten statt. Und wird sogar immer weniger. Heute haben die Menschen weniger Sex als in den 90ern. Erstaunt?

Und das, obwohl (oder vielleicht gerade deswegen) wir doch in einer total übersexualisierten Welt leben. „Sex sells“ – Sex verkauft sich gut, sehr gut sogar. In der Werbung sowieso. Auf dem Internet sind Pornos mit nur wenigen Klicks allzeit und für jedermann verfügbar.

Auch Popstars machen sich diese Tatsache zunutze. Rihanna fasst sich an ihren Konzerten diverse Male obszön an den Schritt und Miley Cyrus beglückt uns mit ihrer omnipräsenten Zunge. Und so weiter und so weiter – Beispiele gibt es zur Genüge.

Aber wie oft findet Sex zwischen Paaren in der realen Welt statt?

Hier ein paar Fakten aus der dritten britischen Studie National Survey of Sexual Attitudes and Lifestyle (Natsal-3). Befragt wurden 1562 Männer und Frauen aller Altersgruppen:

  • Bei heterosexuellen Paaren zwischen 20 und 30 Jahren kam die Durchschnittsperson auf sage und schreibe drei Geschlechtsakte während den verganenen vier Wochen.
  • 1/6 dieser Alterskategorie hatte im letzten Monat gar keinen Sex, weil sie keinen Partner hatten
  • Mit dem Alter nimmt die Häufigkeit der sexuellen Akte laufend ab. 55- bis 64-Jährige haben nur noch zwei sexuelle Begegnungen pro Monat. Bei den Aktiveren dieser Alterskategorie sind es immerhin vier Mal.
  • Paare zwischen 16-34 Jahren, die weniger als zwei Jahre zusammen sind, haben noch sieben Mal Sex zusammen. Paare, die länger zusammen sind, treiben es noch vier Mal im Monat miteinander.
  • 1990 lag die mittlere Häufigkeit pro Monat bei fünf Mal. In den Nullerjahren sank die Frequenz auf vier Mal/Monat. In diesem Jahrzehnt sind es gerade noch drei Mal pro Monat.

Die im Laufe der Beziehung abnehmende Sexualität stellt für viele Paare ein ernsthaftes Problem dar. Sex in der Partnerschaft ist nämlich ein wirksames Mittel, das Paare aneinander bindet. Sex sorgt nicht nur für die körperliche Befriedigung, sondern führt auch zu mehr Zufriedenheit in der Beziehung.

Eine Portion Streicheleinheit

Sex ist wichtig, aber aus beruflicher Erfahrung weiss ich, dass er für eine glückliche und erfüllte Partnerschaft nicht das alles entscheidende Kriterium ist. Auch die zärtliche Berührung ist für Paare wichtig und darf keinesfalls unterschätzt werden. In der Paartherapie gibt es eine sehr einfache Übung dazu. Die Partner streicheln sich am Nacken, an den Schultern und an den Händen. Das zärtliche Streicheln führt ebenfalls zu einer hormonellen Ausschüttung von Oxytocin, welches die Bindung zwischen zwei Menschen fördert. Zudem wird der Blutdruck gesenkt und Stress reduziert. Streicheln für die Förderung des allgemeinen Wohlbefindens und zur Stärkung der Beziehung zweier Menschen. Das ist möglich, auch wenn, aus welchen Gründen auch immer, für Sex keine Zeit ist.

Und ihr so, liebe Leserinnen und Leser? Kleiner Scherz am Rande. Mir ist durchaus klar, dass ich auf diese Frage keine ehrlichen Antworten erhalten werde. Oder täusche ich mich? Ihr dürft mich sehr gerne eines Besseren belehren.

Frohe Ostern und viel Spass beim Eiersuchen…

Eure Franziska, ich harre gespannt der Kommentare, die da kommen werden.

 

Quelle: Psychologie Heute März 2016

Bildquelle: http://www.pixaby.com

 

 

Verfasst von

Ich stehe mitten im Leben und schreibe darüber. Über das Leben mit all seinen Facetten. Mal bunt, mal düster, mal witzig, mal ernst. So, wie das Leben eben ist. Immer in Bewegung. Sowohl privat (Mutter von drei Kindern 9, 10 & 12 Jahre alt) als auch beruflich interessiere ich mich für Psychologie - ich bin diplomierte Einzel-, Paar- und Familienberaterin. Schreiben ist nicht einfach ein Hobby - es ist Leidenschaft.

4 Kommentare zu „Sexflaute – Oversexed but underfucked

  1. Ach du meine Güte. Ist das schon so schlimm geworden mittlerweile?

    Ich hätte das jetzt wirklich nicht gedacht, dass es so aussehen würde.

    Ist die Begründung durch die übersexualisierte Gesellschaft eigentlich eine Theorie oder schon beweisen?

    Liebe Grüße

    Yannick

    Gefällt 1 Person

  2. Lieber Yannick, die Gründe sind nicht die übersexualisierte Gesellschaft, wobei sie mitunter auch einer der Gründe dafür sein dürfte. Aber damit habe ich mich noch nicht so intensiv beschäftigt. Ist aber durchaus ein Thema für einen spannenden Blog Post. Vielleicht müssen die Menschen einfach den Blick wieder mehr auf ihren Partner richten, als in irgendeinen Bildschirm zu starren…herzlich, Franziska

    Gefällt 1 Person

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