Facebook: Rätsel um ein Social-Media-Phänomen

Es gibt Tatsachen, die geben mir Rätsel auf. Vielleicht könnt ihr mir ja helfen, es zu lösen?

Zum Beispiel das seit Tagen auf Facebook kursierende Foto eines riesigen Hais, der wie ein Torpedo aus dem Wasser schiesst. Der Beitrag zu diesem Bild lautet: „Geben Sie die Nummer 8 ein und sehen Sie was mit dem Foto passiert.“

Das Bild löste 1.5 Millionen Gefällt-mir-Reaktionen aus und 6.6 Mio. Kommentare. 6.6 Millionen! Wobei die meisten Facebook-Nutzer tatsächlich eine „8“ in die Kommentarzeile tippten. Ich finde dieses Social-Media-Phänomen einfach unglaublich. Unglaublich doof und gleichzeitig unglaublich faszinierend.

Warum, warum, warum?

Ich verstehe es einfach nicht und wundere mich entsprechend, warum diesem sinnlosen Aufruf so oft Folge geleistet wird. Oder gibt es eine Logik, die sich mir einfach nicht erschliesst?

Ist es Gutgläubigkeit? Langeweile? Dummheit? Oder die Hoffnung, dass der Hai auf dem Bild plötzlich etwas Verrücktes anstellt? Erhöht es die Wahrscheinlichkeit auf einen Lottogewinn? Findet man so seinen Traumpartner?

Fragen über Fragen. Helft mir bitte, dieses Rätsel zu lösen. Erleuchtet mich. Ich möchte es verstehen. Unbedingt. Herzlich Dank und habt ein tolles Wochenende.

Verfasst von

Ich stehe mitten im Leben und schreibe darüber. Über das Leben mit all seinen Facetten. Mal bunt, mal düster, mal witzig, mal ernst. So, wie das Leben eben ist. Immer in Bewegung. Sowohl privat (Mutter von drei Kindern 9, 10 & 12 Jahre alt) als auch beruflich interessiere ich mich für Psychologie - ich bin diplomierte Einzel-, Paar- und Familienberaterin. Schreiben ist nicht einfach ein Hobby - es ist Leidenschaft.

4 Kommentare zu „Facebook: Rätsel um ein Social-Media-Phänomen

  1. Hallo Franziska. Ich verstehe diesen Wahnsinn auch nicht. Ich hätte eher bedenken wenn ich die 8 tippe das ich mir dann einen Virus eingefangen hätte. Zum Glück habe ich kein Facebook und Co. Aber das Phänomen gibt es überall, man denke nur mal an die Fahrer die blindlings ihren Navy folgen. Leider haben viele Leute verlernt selbstständig zu denken oder auf ihr Gefühl zu hören.

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  2. Hallo Franziska, zu deiner Erleuchtung kann ich hier leider nichts beitragen, aber vielleicht tröstet es ja, dass auch andere Internet-Surfer diese massenhafte Sensationsgier kopfschüttelnd und verwirrt betrachten. Für mich ist an diesen Massen-Bewegungen vor allem erschreckend, dass anscheinend unzählige Menschen riesiges Interesse und Spaß daran haben, vor allem sinnloses und oft auch witzloses oder gar diskriminierendes Zeug mit aller Welt zu teilen, während hilfreiche, sinnvolle, schön anzuschauende usw. Clips nur selten im Postkasten landen. Das Internet, eine riesige Ramsch- und-Blödsinn-Plattform? Das Internet, nicht mehr als eine Kneipentheke im hinterletzten Stadtteil am frühen Morgen? Eine erschreckende Vorstellung. Zum Glück bieten zu all diesen Blödsinn-Hypes doch viele Websites und Bewegungen im Netz ein Gegengewicht, zwar nicht massentauglich, aber auf jeden Fall vorhanden. Ermutigend und aufbauend, finde ich. Aber um eine Erkenntnis kann ich als hoffnungsfrohe Nutzerin wohl nicht herum kommen: Internet hin, Internet her, tausendfache Bildungsmöglichkeiten und Unterstützungsmöglichkeiten frei verfügbar, wunderbar – – gefeiert wird, was wenig Aufwand fordert und viel kurzfristige Abwechslung verspricht.

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  3. Schadenfreude ist die schönste Freude, sagt ja auch ein altes Sprichwort. An diesem bedrückenden Lebensmotto kann auch eine weltweite scheinbare Verbundenheit nichts ändern. Nicht die Chancen für mehr Mitmenschlichkeit sondern die Chancen für immer mehr Nervenkitzel scheinen das Interesse am Internet hauptsächlich zu bestimmen. Bleibt zu hoffen, dass dieser Eindruck trügt.

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