Fifty Shades of Bullshit – Der Film

Sex sells oder auf gut Deutsch – Sex verkauft sich gut. Die Trilogie Fifty Shades of Grey von E. L. James ist ein treffendes Beispiel für diese Aussage.

Ich gehöre zu denjenigen, die weder das Buch noch den Film überzeugend finden. Das erstmal vorweg. Mein allererster Blog Post erzählt davon – Der Titel lautet Fifty Shades of Bullshit oder doch nicht.

Letztes Wochenende war es dann endlich soweit. Ich wollte es wissen und habe den Film Fifty Shades of Grey Teil 1 gemietet. Wer hat ihn auch gesehen? Hand aufs Herz – wie fandet ihr ihn? Ist ja schon wieder ein Weilchen her, seit der heiss diskutierte Erotikstreifen in den Kinos lief.

In der Regel sind Filme, die auf einem Buch basieren, eher enttäuschend. Das ist zumindest meine Erfahrung. Der Film basiert auf dem ersten Band der Trilogie von Fifty Shades of Grey – Geheimes Verlangen. Der Titel könnte ein Versprechen sein. Wohlgemerkt „könnte“. Wenn ich nicht schon die Bücher dazu gelesen hätte.

Das Erotikbuch von E. L. James verkaufte sich jedoch über 100 Millionen mal und ist somit erfolgreicher als der letzte Harry Potter-Roman von Joanne K. Rowling oder der Thriller „Sakrileg“ von Thriller-Autor Dan Brown. Der Film spielte weltweit 567,9 Millionen US-Dollar (Quelle Wikipedia) ein.

Obwohl es in der Liebesgeschichte zwischen dem erfolgreichen Milliardär Mr. Grey und dem Mauerblümchen Anastasia vermeintlich vorwiegend um sadomasochistische Praktiken geht, steht auch der Blümchensex stark im Fokus der beiden Protagonisten. Sie schauen sich ständig tief in die Augen, haben dann Sex, mal sanft, dann wieder härter und finden kurz nacheinander IMMER die ERLÖSUNG. Spätestens nach der vierten Sexszene ist mir das Gesicht eingeschlafen. Schnarch. Ganz ehrlich.

Analytisch betrachtet, entwickelt sich Mr. Grey im Laufe der Geschichte zu einem echten Langweiler und Spiesser (im Buch „Kontrollfreak“) und hätte er nicht zig Millionen Dollar und einen grossen Schwanz, wäre das Buch spätestens bei Seite 110 (oder so) fertig. Der Arme hatte zwar eine schwere Kindheit, aber selbst das gibt der Geschichte keine Würze.

Nun gut. Es hat mich beileibe niemand dazu gezwungen, mir den Film anzuschauen. Aber die Neugier war eben grösser. Das Beste daran – ich wurde nicht enttäuscht. Wenn man seine Erwartungen tief hält, ist die Gefahr einer Enttäuschung beinahe vollständig gebannt. Das kann ich hiermit bestätigen.

Mein Fazit zum Film: Langweilig, langweilig und nochmal langweilig. Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass, im Gegensatz zum Bücher lesen, das Kopfkino beim Film schauen ausgeschaltet ist. Die auf der Leinwand flimmernden Bilder lassen wenig bis keinen Spielraum für die eigenen Fantasien zu.

Ein weiteres Problem: der Film ist definitiv viel, viel, viel zu lang. Das ganze Erotik-Drama-SM-Spektakel dauert sage und schreibe 129 Minuten. 2 Stunden und 9 Minuten!? Unvorstellbar. Die Dialoge banal, die Erotikszenen, sosolala. Nacktheit, pikante Sexszenen und SM-Spiele in Ehren. Aber 129 Minuten lang?

Glücklicherweise kann man Filme vorwärts spulen. Von dieser Funktion habe ich somit des öfteren Gebrauch gemacht. Meine persönliche Filmlänge lag bei gut 45 Minuten. Ein durchaus erträgliches Mass, wie ich finde.

Und ihr so, liebe Leserinnen und Leser?

 

 

 

Verfasst von

Ich stehe mitten im Leben und schreibe darüber. Über das Leben mit all seinen Facetten. Mal bunt, mal düster, mal witzig, mal ernst. So, wie das Leben eben ist. Immer in Bewegung. Sowohl privat (Mutter von drei Kindern 9, 10 & 12 Jahre alt) als auch beruflich interessiere ich mich für Psychologie - ich bin diplomierte Einzel-, Paar- und Familienberaterin. Schreiben ist nicht einfach ein Hobby - es ist Leidenschaft.

2 Kommentare zu „Fifty Shades of Bullshit – Der Film

  1. Ich war auch neugierig.

    Ich habe also das erste Buch angefangen, auf Englisch, weil Original ja meist besser ist. Aber vielleicht hätte ich die Übersetzung lesen sollen, dann hätte mir eine professionelle Bearbeitung womöglich über Seite 60 hinweggeholfen. Genau weiss ich nicht mehr, wo ich ausgesteigen bin, beim Kindle fehlt ja die Haptik, da mag das Gefühl für die Seitenzahl auch trügen.

    Ich lerne also: Schlechte Sprache turnt mich ab. Da läuft dann auch nix mehr im Kopfkino.

    Weil aber Männer nun mal visuelle Wesen sind, hat der Stoff im Film bei mir eine zweite Chance bekommen. Die Ästhetik kennen wir seit 9 1/2 Wochen, alles so erwartbar, dass ich eben nicht denken muss. Dazu Musik, die man aus dem Radio schon mitsingen kann (lalalalovemelikeyoudo). Das Überraschende war eigentlich nur die Menge Blümchensex.

    Und eigentlich finde ich es ganz schön, wenn man sich beim Sex tief in die Augen gucken kann, mag und will, egal wer vorher wem den Arsch versohlt.

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  2. Lieber Arne. Danke vielmals für deinen ausführlichen Kommentar. Grossartig. Tja, die Sache mit der Neugier. Vielleicht liegt genau darin das Erfolgsgeheimnis. Ich stimme dir übrigens voll und ganz zu – sich beim Sex tief in die Augen zu schauen ist etwas sehr Schönes und stärkt das Gefühl von Verbundenheit. Sogar ohne Arsch versohlen.

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