Kraftausdrücke unterhalb der Gürtellinie

Seit gut eineinhalb Jahren schreibe ich nun meinem Blog auf Facebook. Der gestrige Text über die Edathy-Affäre wurde sage und schreibe von über 600 Menschen gelesen. Ich bin überwältigt. Wow. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle!

In der Folge habe ich jedoch ein paar unschöne Mails erhalten, die sich hauptsächlich auf meine für Sebastian Edathys gewählte Bezeichnung als „arrogantes Archschloch“ beziehen.

Wer meinen Blog regelmässig liest, weiss, dass ich solche Ausdrücke selten bis nie verwende. Aus gutem Grund, wie man sieht. Aber wenn es um Dinge wie Kinderpornographie und Pädophilie geht, da lebe ich die Null-Toleranz-Grenze. Und es kann passieren, dass ich Kraftausdrücke verwende, die unterhalb der Gürtellinie sind.

Die Palette reicht in etwa

von

„Ihre Ausdrucksweise zeugt nicht gerade von einer guten Kinderstube“ Was bitte schön hat denn meine Kinderstube damit zu tun, wenn sich ein Mann kinderpornographisches Material anschaut und so gar nicht einsichtig ist, damit etwas Unrechtes getan zu haben.

„Kennen Sie denn diesen Mann persönlich, dass Sie ihn als „aA“ bezeichnen?“
Nein, ich kenne diesen Mann nicht persönlich und ich bin sehr, sehr froh darüber. Seine Aussagen und sein Verhalten sowohl in der medialen Öffentlichkeit und jetzt auch noch auf seiner Facebook Seite lassen für mich den Schluss zu, dass er ein „aA“ ist. Wie gesagt, MEINE Meinung.

bis

„wer solche Ausdrücke wie Sie verwendet, muss sich nicht wundern…“
Wundern? Worüber denn? Ich wundere mich zum Beispiel ganz gewaltig, das man sich über meine Ausdrucksweise so dermassen aufregen kann und nicht darüber, wie viel Leid die Kinder hinter diesen pornographischen Bildern erfahren haben.

In einem Kommentar auf meinem Blog wird geschrieben, dass man das sicher besser und intelligenter hätte formulieren können. Da muss ich zustimmen. Zumindest intelligenter – aber besser respektive treffender? Ich glaube nicht.

Nein, ich kann es in diesem Fall nicht besser formulieren. Und ja, beim Gebrauch eines solchen Kraftausdrucks spielt ganz klar auch die Wut mit, die ich empfinde, wenn ich mich gedanklich mit Menschen wie Herrn Edathy und seinen Handlungen auseinandersetze.

Ich wünsche mir, dass meine Texte inhaltlich zum Denken und kommentieren anregen und nicht eine von mir gewählte Ausdrucksweise. Brüskieren wollte ich damit auf jeden Fall niemanden. Es gibt jedoch Themen, die kann und will ich nicht schön reden. Ganz ehrlich, im Falle von Sebastian Edathy hätte ich noch ganz andere Ausdrücke auf Lager. Die wären dann wirklich weit unterhalb der Gürtellinie. Und das muss tatsächlich nicht sein.

Verfasst von

Ich stehe mitten im Leben und schreibe darüber. Über das Leben mit all seinen Facetten. Mal bunt, mal düster, mal witzig, mal ernst. So, wie das Leben eben ist. Immer in Bewegung. Sowohl privat (Mutter von drei Kindern 9, 10 & 12 Jahre alt) als auch beruflich interessiere ich mich für Psychologie - ich bin diplomierte Einzel-, Paar- und Familienberaterin. Schreiben ist nicht einfach ein Hobby - es ist Leidenschaft.

8 Kommentare zu „Kraftausdrücke unterhalb der Gürtellinie

  1. Ich fand Deinen Beitrag und Ausdrucksweise in diesem Fall absolut o.k., liebe Franziska. Zu solchen abartigen Menschen und deren perverses Handeln fallen einem wirklich nur die schlimmsten Schimpfwörter ein!
    GLG ♥ Pauline ❤

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  2. Aloha Franziska. Was störts den Baum, wenn ein Schwein sich an ihm kratzt? „Kraftausdrücke“ gehören einfach zum gelebten Leben. Nicht nur das, sie gehören auch in die Literatur. Auch wenn das einigen „Schöngeistern“ nicht passt. Lass Dich nicht, halt die Füße gerade und mach weiter. Herzliche Grüße, Zeugsschreiber Ron.

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  3. Falls das Schwein einen Ast abbricht, während es sich kratzt, würde es den Baum vermutlich schon „stören“ 🙂 Aber Spass beiseite, danke für dein Feedback und wo du recht hast, hast du recht. Herzlich, Franziska

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  4. Wenn man sich über Politik oder gesellschaftliche Mißstände artikuliert, muss man leider mit solchen Kommentaren rechnen. Lass Dich nicht davon beeindrucken und mach weiter so. Wenn Argumente nicht mehr reichen, muss man den Anderen angreifen. Ganz liebe Grüße, Sylvia

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  5. Liebe Sylvia, ja, es scheint leider so. Aber egal, ich mach weiter und werde meine Meinung auch kundtun und nehme das „Risiko“ in Kauf, das eine oder andere „böse“ Feedback zu generieren. GLG, Franziska

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