14 Tipps für eine erfüllende Partnerschaft

Als Paar- und Familienberaterin setze ich mich sowohl beruflich als auch privat immer wieder mit der Frage auseinander, wie es für Paare möglich ist, eine gut funktionierende, schöne und stabile Beziehung zu gestalten.

Oft werde ich mit Begriffen wie „Beziehungsarbeit“ und „Harmonie“ konfrontiert. Begriffe, die mir persönlich nicht zusagen. Wir arbeiten eh alle schon mehr als genug, da sollte die Beziehung nicht auch noch in Arbeit ausarten.

Harmonie ist zwar gut, endet aber leider oft damit, dass Langeweile und Selbstverständlichkeit die Oberhand gewinnen und die Beziehung, langsam aber sicher, in einen tiefen, langen Dornröschenschlaf verfällt. Und, na ja, wer hat schon hundert Jahre Zeit, um auf den Traumprinzen zu warten, der einem dann wieder wach küsst, wenn wir alt und schrumpelig sind.

Meinen letzten Blog Post über die fünf Liebestöter habe ich mit der Frage beendet, was denn nun die Geheimnisse einer gut funktionierenden, liebevollen und stabilen Partnerschaft sind.

Eines schon mal vorweg – eine gute Partnerschaft basiert auf gewissen Regeln. Klingt zuerst einmal sehr sachlich, ist es aber nicht. Für mich ist es mehr eine Kunst, diese Regeln zu beherrschen. Die Kunst, eine Beziehung zu gestalten.

Hans Jellouschek, ein bekannter Paartherapeut, hat in seinem Buch „Wie Partnerschaft gelingt-Spielregeln der Liebe“ beschrieben, was es aus seiner Sicht braucht, damit eine Beziehung funktioniert. Eine sehr empfehlenswerte Lektüre. Er ist der Überzeugung (und ich auch), dass es im Zusammenspiel der Liebe bestimmte Regeln braucht, die es zu verstehen und zu erlernen gilt.

Die unten aufgelisteten Punkte sind jedoch kein Garant für eine glückliche und zufriedene Partnerschaft. Nicht alle Menschen sind gleich und das gilt es zu berücksichtigen. Es gibt jedoch vier Grundbestrebungen (nach Fritz Riemann) respektive Tendenzen, die auf die meisten Menschen zutreffen.

  • Nähe (Geborgenheit, Harmonie, lieben, geliebt werden, etc.)
  • Distanz (Abstand, Eigenständigkeit, Einmaligkeit, etc.)
  • Dauer (Beständigkeit, Struktur, Verantwortung, Pflicht, etc.)
  • Wechsel (Intensität, Spontanität, neues ausprobieren, Risiko, etc.)

Natürlich variieren bei den einzelnen Menschen die Intensität und die Reihenfolge der jeweiligen Grundbestrebung.

14 Tipps für eine glückliche Partnerschaft 

  1. Die anfängliche Verliebtheit ist für ein Paar eine grosse und starke Kraftquelle (Ressource). Je verliebter, desto besser. Die Erinnerung an diese intensive Anfangszeit kann Paare in schwierigeren Zeiten dabei unterstützen, diese gemeinsam durchzustehen.
  1. Für eine stabile Partnerschaft ist es von Vorteil, wenn in verschiedenen Lebensbereichen wie Nationalität, soziales Milieu, Bildung sowie grundlegende Lebensgewohnheiten Ähnlichkeiten vorhanden sind.
  1. Liebt euch selber. Mit allen Makeln, so wie ihr seid. Tut das aus ganzem Herzen. Das Lieben des Andern fällt so viel leichter.
  1. Jeder Partner sollte eigenständig bleiben. Das heisst, er/sie soll weiterhin seine eigenen Interessen verfolgen, seine Kontakte pflegen und eine eigene Meinung vertreten und eigene Ziele haben.
  1. Auch das Verhältnis von Geben und Nehmen ist sehr wichtig – dies sollte, wenn immer möglich, ausgewogen sein.
  1. Jede Beziehung basiert auf Regeln…wie Verhalten wir uns im Fall von Untreue, wer schläft auf welcher Bettseite, wer räumt, die Küche auf, wer ist für den Einkauf zuständig, ist Flirten erlaubt, wer bringt die Kinder abends ins Bett…viele Regeln legen wir in Gesprächen fest, andere schleichen sich im Laufe der Beziehung ein, ohne das man viel darüber nachdenkt. Das sollte man aber. Denn eine Beziehung ist keine starre Angelegenheit. Menschen verändern sich immer wieder und somit auch die Beziehung. Prüft darum von Zeit zu Zeit eure Regeln des partnerschaftlichen Zusammenseins und passt diese den gegebenen Umständen an.
  1. Sich in den Anderen hineinversetzen zu können und nicht nur vom eigenen Standpunkt auszugehen, können für das gegenseitige Verständnis von Vorteil sein.
  1. Bei Streit oder Meinungsverschiedenheiten sollte man gut miteinander verhandeln können, sprich Kompromisse schliessen oder gemeinsam neue Lösungen suchen.
  1. Um Konflikte konstruktiv zu lösen, gilt es, die fünf Liebestöter aus der Beziehung auszuschliessen. Hierfür ist die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) sehr geeignet.
  1. Ein WIR-Gefühl aufbauen, damit man ein gutes Gespann ist, nach dem Motto „gemeinsam sind wir stark“.
  1. Es ist für eine gute Partnerschaft wichtig, dass man gemeinsame Anliegen und Ziele hat wie z.B. Ferienplanung oder soziales Engagement.
  1. „Nobody is perfect“, auch der Partner nicht. Dies darf man sich ruhig eingestehen und auch akzeptieren. Es muss nicht gerade die rosarote Brille sein, die, vorallem zu Beginn einer Beziehung, den Blick trüben kann. Jedoch kann es meiner Meinung nach nicht schaden, wenn man sich hie und da gegenseitig ein bisschen schönfärbt.
  1. Alltägliche, kleine Zuwendungen und Aufmerksamkeiten können ebenfalls dazu beitragen, den Beziehungsalltag zu versüssen. Nicht umsonst sagt man, dass kleine Geschenke die Freundschaft erhalten…
  1. Und last but not least…Körperkontakt. Denn durch Sex oder den Austausch von Zärtlichkeiten wird im Körper Oxytocin ausgeschüttet. Nach dem Orgasmus bewirkt dieses Hormon einerseits, dass wir uns entspannt und müde fühlen und andererseits ist es dafür mitverantwortlich, dass wir uns dem Partner sehr eng verbunden fühlen.

Und ihr so? Worauf legt ihr in einer Partnerschaft wert? Was ist euch wichtig? Gibt es noch andere Punkte, die eine Beziehung/Partnerschaft aus eurer Sicht glücklich und stabil machen?

Dieser Beitrag von mir erschien am 12. Februar 2016 auf www.lifestylegossip.ch 

 

Verfasst von

Ich stehe mitten im Leben und schreibe darüber. Über das Leben mit all seinen Facetten. Mal bunt, mal düster, mal witzig, mal ernst. So, wie das Leben eben ist. Immer in Bewegung. Sowohl privat (Mutter von drei Kindern 9, 10 & 12 Jahre alt) als auch beruflich interessiere ich mich für Psychologie - ich bin diplomierte Einzel-, Paar- und Familienberaterin. Schreiben ist nicht einfach ein Hobby - es ist Leidenschaft.

3 Kommentare zu „14 Tipps für eine erfüllende Partnerschaft

  1. Über dieses Thema habe ich mir schon viele Gedanken gemacht und auch Gespräche geführt.. für mich persönlich bin ich auf den Punkt gekommen, dass das Zusammenspiel in der Sexualität oder der Austausch von Zärtlichkeiten sehr wichtig sind in einer Paarbeziehung. Egal wie viel, wie oft oder überhaupt, wichtig ist, dass in diesem Bereich die Partner dieselben Bedürfnisse haben.
    Es ist der einzige Bereich, den ich nur mit meinem Partner ausleben kann (in unserer Kultur) alle anderen Bedürfnisse kann ich mit Freunden ausleben.
    DANKE für deinen interessanten Beitrag!
    herzlichst samu 🙂

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